Donald Trump und die Liste der Gefeuerten und Gegangenen

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Noch nie hat es in einer US-Regierung in so kurzer so viele Rücktritte und Entlassungen gegeben wie in der Ära Donald Trumps. Eine Auswahl.

Erst wenige Wochen zuvor, am 08. Februar 2018, tritt Stabssekretär Rob Porter (Bildmitte) zurück. Dem engen Trump-Mitarbeiter wird häusliche Gewalt gegen seine Ex-Ehefrauen vorgeworfen. Pikantes Detail: Porter und die inzwischen ebenfalls zurückgetretene Kommunikationschefin Hope Hicks haben eine Affäre während ihrer Zeit im Weißen Haus.
STEPHEN BANNON, 18. August 2017: Der politische Chefstratege im Weißen Haus wird gefeuert oder geht von sich aus, je nach Lesart. Im Hintergrund toben Machtkämpfe des Rechtsauslegers mit prominenten Beratern des Präsidenten. Ein Interview, in dem Bannon Gegenposition zu Trump bezog, dürfte den letzten Ausschlag gegeben haben. Nachdem Bannon auch noch mitverantwortlich für Michael Wolffs Enthüllungsbuch "Fire and Fury" sein soll, ist der Bruch zwischen Bannon und Trump wohl endgültig. Bannon verlässt nun auch "Breitbart News", wie am 9. Januar 2018 bekannt wird.
WALTER SHAUB, 6. Juli: Der Direktor des unabhängigen Büros für Regierungsethik wirft entnervt hin. Begründung: Wenn es um ethische Standards gehe, seien die USA einer Lachnummer nahe.
Anthony Scaramucci ist nur zehn Tage lang Kommunikationsdirektor unter Trump und wird am 31. Juli auf Wunsch von John Kelly entlassen. Scaramucci hatte mehrere Mitarbeiter des Weißen Hauses teils unflätig beschimpft.
Ex-Stabschef Reince Priebus wird nach 189 Tagen im Amt am 28. Juli 2017 durch John Kelly ersetzt. Amerikanischen Medien zufolge legt Trump das Scheitern der Obamacare-Reform vor allem Priebus zur Last. Die zunehmende "Militarisierung" der Administration wird als Kampfansage an die Partei verstanden.
Sally Yates ist bei Donald Trumps Amtseinführung kommissarische Justizministerin und wird nur zehn Tage später entlassen. Sie hält Trumps Einreisebann für Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Staaten für unrechtmäßig.
Der ehemalige Nationale Sicherheitsberater Michael Flynn hält sich 23 Tage im Amt. Nachdem Medien berichten, er habe im Dezember 2016 Gespräche mit dem russischen Botschafter über die von Präsident Obama verhängten Sanktionen gegen Russland geführt, tritt er am 13. Februar 2017 zurück.
Katie Walsh war die stellvertretende Stabschefin von Donald Trump. Nach dem Scheitern von Trumps neuer Krankenversicherung, die Obamacare ablösen sollte, tritt sie am 30. März zurück und wechselt in die Trump-nahe Organisation "America First Policies Group".
Bis zum 9. April 2017 ist Kathleen Troia (K.T.) McFarland war Trumps stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin Nach 79 Tagen wird sie zum Rücktritt aufgefordert. Im Kielwasser der Affäre Flynn wird sie als schwach erachtet. Sie ist nun designierte Botschafterin der USA in Singapur.
Der frühere FBI-Direktor James Comey wird nach 109 Amtstagen am 9. Mai von Donald Trump entlassen. In einem TV-Interview beschimpft Trump Comey als "Blender" und "Angeber" und ärgert sich über die FBI-Ermittlungen wegen möglicher Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und russischen Offiziellen.
Mike Dubke tritt am 30. Mai nach 86 Tagen als Kommunikationsdirektor zurück. Formal gibt er persönliche Gründe dafür an. Insidern zufolge soll sein Ausscheiden im Guten erfolgt sein und war Teil eines größeren Umbaus der Trump-Administration.
Sean Spicer ist 182 Tage lang Trumps Pressesprecher und tritt unmittelbar nach dessen Ankündigung, Anthony Scaramucci zum neuen Kommunikationsdirektor zu machen, am 21. Juli zurück. Der vor allem bei Satire-Sendungen und Comedians beliebte Pressesprecher nennt diese Ernennung einen schweren Fehler.
Derek Harvey sitzt bis zum 28. Juli 2017 im Sicherheitsrat für den Mittleren Osten und gilt als Falke. Er wird vom Nationale Sicherheitsberater McMaster entlassen. Harvey ist ein sogenannter "Flynnstone", also von Flynn eingestellt worden, was Analysten zufolge Grund seiner Entlassung ist.
Donald Trumps Administration gleicht einem Ensemble aus Schleudersitzen. Und so ist es möglicherweise nur eine Frage der Zeit, bis es wieder heißt: "You're fired!" Oder auch: "Ich geh dann mal lieber ..."
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