Donald Trump soll am Rande eines Treffens mit Senatoren am vergangenen Donnerstag afrikanische Länder sowie Haiti als "Dreckslöcher" bezeichnet haben. Bei einer Anhörung vor dem Rechtsausschuss des US-Senats dazu platzte Senator Cory Booker nun der Kragen, was für Aufsehen sorgt.

Die "Washington Post" und andere US-Medien hatten berichtet, US-Präsident Donald Trump habe bei einem Treffen mit Senatoren am Donnerstag gefragt, warum die USA so viele Menschen aus "Drecksloch-Staaten" ("Shithole States") aufnehmen müssten.

Es ging dabei um den Aufenthaltsstatus von Menschen aus Haiti, El Salvador und afrikanischen Staaten.

Das Weiße Haus dementierte die Berichte nicht. Trump selbst schrieb auf Twitter, es seien harte Worte gefallen, aber nicht diese.

Anwesende bestätigen Trumps "Drecksloch"-Aussagen

Dem hatten sowohl der demokratische Senator Dick Durbin als auch der Republikaner Lindsey Graham ausdrücklich und öffentlich widersprochen. Beide hatten persönlich an dem Treffen teilgenommen.

"Ich habe nicht ein einziges Wort gelesen, das nicht gefallen wäre", erklärte Durbin zu den Berichten.

Senator zerlegt Heimatschutz-Chefin

Drecksloch"-Affäre um Donald Trump: Senator Cory Booker platzt bei Anhörung der Kragen. © YouTube

Der Präsident habe "hasserfüllte, abscheuliche und rassistische Worte gewählt", bestätigte er. Das Wort "Drecksloch" sei sogar mehrfach gefallen.

Trumps republikanischer Parteikollege Lindsey Graham ging zudem öffentlich mit all jenen Republikanern hart ins Gericht, die zwar bei dem Treffen ebenfalls anwesend waren, sich nun aber plötzlich an nichts mehr erinnern können wollen.

Ein Seitenhieb, der auch Kirstjen Nielsen trifft. Die Leiterin der US-Heimatschutzbehörde war ebenfalls bei dem Treffen anwesend und sollte nun unter Eid vor dem Justizausschuss des Senats zu den kolportierten "Drecksloch"-Aussagen Trumps Stellung beziehen.

Cory Booker platzt bei Anhörung der Kragen

Nielsen erklärte auf die Frage, ob Trump die "Drecksloch"-Aussage und weitere verunglimpfende Bemerkungen gemacht habe, dass sie sich nicht mehr genau erinnern könne. Möglicherweise, so Nielsen, habe sie die Aussagen nicht gehört, weil in diesem Moment andere Senatoren durcheinandergeredet hätten.

Bei dieser Schilderung platzte Cory Booker während der Anhörung der Kragen. Ein Video dokumentiert, wie der Senator um Fassung rang.

"Wir haben hier einen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, dessen Amt ich respektiere, der aber über die Herkunft der Mitbürger meines Landes in der verabscheuungswürdigsten Weise spricht. Und Sie können sich nicht daran erinnern?", echauffierte sich der demokratische Senator von New Jersey und wurde mit jedem Wort sichtbar wütender.

"Sie können sich nicht mehr an die Worte Ihres Oberbefehlshabers erinnern?" Das könne er so nicht akzeptieren, schimpfte Booker und legte nach.

Er habe Tränen in den Augen gehabt, als er von Trumps Äußerungen gehört habe. In diesem Moment habe sich Booker an Zeiten erinnert, in denen seine Familie für ihre dunkle Hautfarbe diskriminiert worden war.

"Ihr Gedächtnisverlust ist Komplizenschaft!"

"Warum ich wohl vor Wut koche? Sie stehen hier unter Eid!", ermahnte er Nielsen. "Und Sie können sich nun plötzlich an nichts mehr erinnern?"

Booker, der als möglicher Kandidat für die Präsidentschaftswahlen 2020 gehandelt wird, erinnerte Nielsen an zig Millionen Amerikaner, die über den Rassismus im Weißen Haus besorgt seien.

Der Senator fragte die Heimatschutzministerin, warum sie nichts gegen den Anstieg ethnisch-motivierter Gewalt und den Rassismus in den USA unternehme und konfrontierte sie dann direkt mit dem Vorwurf: "Ihr Schweigen und Ihr Gedächtnisverlust sind Komplizenschaft!"

Das UN-Menschenrechtsbüro hatte sich ebenfalls beunruhigt geäußert und erklärt: "Wenn das so stimmt, sind dies schockierende und beschämende Äußerungen des US-Präsidenten", so Sprecher Rupert Colville.

Man könne nicht "ganze Länder und Kontinente als Dreckslöcher bezeichnen" und deren Einwohner zu unerwünschten Personen degradieren, nur weil sie nicht weiß seien.

Als politische Reaktion auf die Affäre hatte Südafrika am Dienstag die amtierende US-Botschafterin zum Rapport einbestellt.