Paukenschlag im Weißen Haus: Donald Trumps Pressesprecher Sean Spicer ist zurückgetreten.

Der Sprecher des Weißen Hauses unter Donald Trump, Sean Spicer, ist zurückgetreten.

"Es war eine Ehre, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, sowie diesem wunderbaren Land zu dienen", schrieb Spicer auf Twitter. Er wolle sein Amt noch bis Ende August weiterführen.

Zuvor hatten mehrere Medien über den Rücktritt berichtet.

Grund für Spicers Entscheidung soll laut "New York Times" eine Personalentscheidung Donald Trumps gewesen sein, mit der sein Pressesprecher nicht einverstanden ist:

Der US-Präsident hat am Freitag den New Yorker Finanzier Anthony Scaramucci zum Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses ernannt.

Scaramucci kommt aus Umfeld der Wallstreet

Spicer soll zu Trump gesagt haben, dass die Entscheidung für Scaramucci "ein großer Fehler" ist.

Das Verhältnis zwischen Spicer und Scaramucci gilt als belastet. Scaramucci gilt auch als Gegenspieler von Trumps Stabschef Reince Priebus.

Spicer und Priebus kommen aus dem Parteigefüge der Republikaner, der Investor Scaramucci ist wie Trump ein Außenseiter und kommt aus dem Dunstkreis der Wall Street.

Scaramucci ist ein wohlhabender Finanzier und Politstratege, der bislang für die Export-Import-Bank der USA arbeitete. Früher war er für das Investmenthaus Goldman Sachs tätig, dem zahlreiche führende Figuren in Trumps Administration, wie etwa Wirtschaftsberater Gary Cohn und Finanzminister Steven Mnuchin entstammen.

Scaramucci war auch in der Übergangsphase nach der Wahl und vor der Amtseinführung Trumps für dessen Team tätig.

Der Posten des Kommunikationsdirektors im Weißen Haus war seit Mai dieses Jahres nicht mehr besetzt. Zuvor hatte ihn bis zu seinem Ausscheiden Michael Dubke inne.

Spicer von Anfang an stark umstritten

Sean Spicers war beinahe vom ersten Tag an umstritten. Seine Zeit als Pressesprecher des Weißen Hauses fing denkbar schlecht an:

In seinem ersten Auftritt im Januar drohte er den versammelten Journalisten und stellte die unwahre Behauptung auf, das Publikum bei Donald Trumps Vereidigung sei das größte aller Zeiten bei einer Amtseinführung eines US-Präsidenten gewesen. "Punkt."

Seither heimste sich der 45-Jährige immer wieder Kritik und Spott ein. Seine beinahe täglichen Auseinandersetzungen mit den von Trump als "Feinde des amerikanischen Volkes" bezeichneten Medien parodierte die Sketch-Sendung "Saturday Night Live" mehrmals mit der Schauspielerin Melissa McCarthy in der Rolle des "Spicy".

Assad mit Hitler verglichen

Für den bislang größten Aufschrei seiner kurzen Amtszeit sorgte Spicer Mitte April, als er den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad mit Adolf Hitler verglich.

Nicht einmal jemand, der so "verabscheuungswürdig" gewesen sei wie Hitler, sei so tief gesunken, wie Assad chemische Waffen einzusetzen. Er entschuldigte sich kurz darauf, es folgten dennoch Rücktrittsforderungen.

Einmal soll er sich in den Garten des Weißen Hauses geflüchtet haben, um Reporterfragen zu entgehen.

Vor seiner Zeit im Weißen Haus war Spicer, der im nordöstlichen US-Bundesstaat Rhode Island aufwuchs, Sprecher der Republikanischen Partei und seit 2015 auch deren Chefstratege.

Zuvor hatte er als stellvertretender Handelsbeauftragter für Medien und öffentliche Angelegenheiten für die Regierung des damaligen Präsidenten George W. Bush gearbeitet.

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