Donald Trumps Mauer zu Mexiko nimmt Gestalt an

Kein Versprechen im US-Wahlkampf sorgte im Vorfeld für mehr Kopfschütteln als Donald Trumps Vorhaben, an der 3.144 Kilometer langen Grenze zu Mexiko eine riesige Mauer zu errichten. Nun beginnen in Kalifornien die Testbauten zu dem Mammutprojekt der US-Regierung.

Der bisherige Grenzzaun ist US-Präsident Donald Trump nicht groß, stark und mächtig genug. Bislang patrouillieren Grenzschützer zu Pferd entlang des Grenzzauns.
Während des Wahlkampfs versprach Donald Trump immer wieder, er werde eine Mauer an der Grenze zu Mexiko errichten, eine "großartige, großartige Mauer". Niemand könne das besser als er. Und Mexiko werde dafür bezahlen.
Um den Plänen Trumps Folge zu leisten, errichten bis Ende Oktober verschiedene Firmen acht Mauer-Prototypen. Davon sind vier aus Zement und vier aus anderen Materialien. Diejenige Firma, deren Entwurf gewinnt, erhält den Milliarden-Auftrag.
Das US-Repräsentantenhaus billigte vorerst 1,6 Milliarden Dollar für den Bau der Trump-Mauer. Zwölf Milliarden Dollar werde die Mauer kosten, hatte Donald Trump im Wahlkampf gesagt. Die US-Heimatschutzbehörde rechnet mit mindestens 21,6 Milliarden Dollar.
Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto stellte bereits fest, dass Mexiko nicht bereit sei, auch nur einen Cent zu den Kosten für den Mauerbau beizutragen.
Rund 3.200 Kilometer wollte Trump im Wahlkampf mit einer Mauer abdecken. Inzwischen ist er davon abgerückt. Lediglich bis zu 1.400 Kilometer müssten mit einer Mauer gesichert werden. Der Rest würden natürliche Barrieren erledigen. "Wir haben Berge", so Trump "und wir haben Flüsse, die brutal und böse sind".
Die Prototypen müssen bestimmte Vorgaben erfüllen. Die von der Trump-Regierung geplante Mauer an der US-Grenze zu Mexiko soll rund neun Meter hoch sein und nahezu unüberwindbar für Menschen werden. Außerdem solle sie schön sein, aber nur auf der US-Seite.
Die Mauer soll mindestens 1,80 Meter tief im Boden verankert sein und Tordurchgänge für Fußgänger und Fahrzeuge einplanen. Sie soll so stabil gebaut sein, dass man mindestens eine Stunde braucht, um sie mit einem Vorschlaghammer, einem Wagenheber, einer Spitzhacke oder anderen Geräten zu durchbrechen.
Der kalifornische Justizminister Xavier Becerra geht juristisch gegen den Bau der Mauer vor. Der Bau verstoße gegen die Verfassung sowie Umweltschutzgesetze.
Den betroffenen Menschen an der Grenze nützt dies nichts. Sie trennt bereits ein großer, nicht sehr schöner Zaun. Kriminelle lassen sich davon bislang kaum aufhalten.
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