Donald Trump behauptet, der Chef der US-Pfadfinder habe ihn angerufen und ihn für seine Rede vor den Boy Scouts vergangene Woche gelobt. Doch die Organisation weiß davon nichts.

US-Präsident Donald Trump hat allem Anschein nach einen Lobes-Anruf seitens der Dachorganisation der US-Pfadfinder erfunden.

Trump hatte im Gespräch mit dem "Wall Street Journal" behauptet, der Leiter der Organisation habe ihn angerufen und ihm gesagt, seine Rede sei "die großartigste Rede" gewesen, die je jemand vor den Pfadfindern gehalten habe.

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Das "Time Magazine" hat nun bei den Pfadfindern selbst nachgefragt. Dort weiß man jedoch nichts von besagtem Anruf. Im Gegenteil.

Die Bewertung der Präsidenten-Rede durch die Pfadfinder-Organisation steht in völligem Widerspruch zu dem angeblichen Anruf, den Trump erhalten haben will.

"Die Mitteilung des Vorsitzenden an die Pfadfinder steht für sich selbst", teilte die Organisation mit.

Pfadfinder-Chef entschuldigt sich für Trump-Rede

Der Vorsitzende der Pfadfinder-Organisation der USA hatte sich vergangene Woche für den Auftritt des Präsidenten entschuldigt.

Er wolle seine "aufrichtige Entschuldigung" an alle aussprechen, die sich durch die "politische Rhetorik" bei der Veranstaltung beleidigt fühlten, sagte Pfadfinder-Chef Michael Surbaugh. Das sei nie die Absicht seiner Organisatoren gewesen.

Den Präsidenten nannte Surbaugh in seiner schriftlichen Stellungnahme zwar nicht beim Namen, er betonte aber, die Pfadfinder seien politisch unabhängig und hätten eine lange Tradition, den jeweils amtierenden US-Präsidenten einzuladen.

Wutrede auf Medien, Hillary Clinton und Barack Obama

Trump war vergangene Woche bei der nationalen Versammlung der Boy Scouts of America im Bundesstaat West Virginia aufgetreten und hatte eine Wutrede gehalten.

Seither wird die Facebook-Seite der Pfadfinder von verärgerten und wütenden Kommentaren überflutet.

Viele Nutzer, darunter Eltern von Pfadfindern, kritisieren, dass der Präsident seinen Auftritt vor den Pfadfindern für Attacken auf die Medien, seinen Amtsvorgänger Barack Obama und seine Wahlkampfrivalin Hillary Clinton genutzt hatte. (ank)

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