Nach der Kritik von Angela Merkel an der US-Politik schlägt Präsident Donald Trump zurück - auf Twitter. Er kritisiert erneut den deutschen Handelsüberschuss sowie zu niedrige Militärausgaben.

Am Dienstag übte US-Präsident Donald Trump auf Twitter massive Kritik am Handelsüberschuss Deutschlands.

Zudem prangerte er die aus seiner Sicht viel zu geringen Militärausgaben an und fügte hinzu: "Sehr schlecht für die USA. Das wird sich ändern."

Bereits vergangene Woche hat er nach einem Treffen mit der EU-Spitze Deutschland vor allem für den Handelsüberschuss des Landes kritisiert. Trump hatte diesen als "schlecht, sehr schlecht" bezeichnet.

Das Handelsdefizit ist der US-Regierung seit längerem ein Dorn im Auge.

Bei den Verteidigungsausgaben pocht Washington auf eine massive Erhöhung auch seitens der Bundesregierung, die ihrerseits auf eine deutliche Anhebung dieses Postens verweist.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte nach dem G7-Gipfel auf Sizilien Distanz zu Trump erkennen lassen.

Sie sagte, Europa müsse sein Schicksal mehr selber in die Hand nehmen. Denn: "Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei, das habe ich in den letzten Tagen erlebt."

Auf dem G7-Gipfel hatte Trump mehrere Beschlüsse blockiert und sich damit den Unmut der anderen führen Wirtschaftsnationen auf sich gezogen.

Merkel betont Wichtigkeit der transatlantischen Beziehungen

Am Dienstag sagte Merkel dann nach deutsch-indischen Regierungskonsultationen in Berlin: "Europa muss ein Akteur sein, der sich auch einmischt international."

Merkel mahnte etwa eine bessere gemeinsame Außenpolitik der europäischen Staaten an. Zudem müsse die Gemeinschaft in der Migrationspolitik besser werden.

Zugleich hob Merkel aber die Bedeutung der transatlantischen Beziehungen hervor. Das Treffen mit Modi sei "in keiner Weise gegen irgendwelche anderen Beziehungen gerichtet, und schon gar nicht gegen die transatlantischen Beziehungen, die historisch für uns von großer Wichtigkeit sind und auch in Zukunft bleiben werden."

(dpa/cai)