Das Foto von einem kleinen, weinenden Mädchen wurde in den letzten Tagen vielfach benutzt um Trumps Einwanderungspolitik zu bebildern. Nun stellte sich heraus: Die Kleine wurde gar nicht von ihrer Mutter getrennt.

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Ein Foto des weinenden Mädchens, das zum Symbolbild der umstrittenen Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump wurde, hat eine Diskussion über Medienethik und journalistische Sorgfalt ausgelöst. Das Bild des Fotografen John Moore zeigt die kleine Yanela an der US-Grenze zu Mexiko. Sie weint, während ihre Mutter gerade von einer Grenzschutzbeamtin abgetastet wird.

Mutter und Tochter werden gemeinsam festgehalten

Im Zuge der viel kritisierten Praxis der Regierung, Kinder an der südlichen Grenze von ihren Familien zu trennen, wurde das Foto in den vergangenen Tagen etliche Male aufgegriffen.

Das "Time"-Magazin nutzte es für eine Montage auf dem Titelblatt. Sie zeigt, wie die Kleine Trump gegenüber steht, daneben die Aufschrift "Welcome to America" ("Willkommen in Amerika").

Denis Varela, der Vater der kleinen Yanela, äußerte sich zu dem Fall.

Wie sich aber herausstellte, wurde das Mädchen gar nicht von seiner Mutter getrennt. Das sagte der Vater, der in Honduras geblieben ist, dem Sender Univision und anderen Medien.

Nach seinen Worten werden Mutter und Tochter in einem Familienzentrum in Texas festgehalten. Ein Sprecher der Grenzschutzbehörde CBP erklärte ebenfalls, dass Mutter und Kind nicht getrennt worden seien.

Vorwurf der Instrumentalisierung

Das Weiße Haus warf der Opposition und den Medien daraufhin vor, das Foto instrumentalisiert zu haben, um Trump in ein schlechtes Licht zu rücken. Sprecherin Sarah Sanders erklärte, es sei "schändlich", dass die Demokraten und Medien das Bild benutzt hätten, um ihre Agenda voranzutreiben.

Der Sender Fox News, der Trump wohlgesonnen ist, sprach von dem "jüngsten Fehltritt" von Medien und Journalisten in der Berichterstattung über die Einwanderungspolitik.

Trumps sogenannte Null-Toleranz-Politik hatte in den USA und weltweit Entsetzen ausgelöst. In den vergangenen Wochen trennten die US-Behörden Kinder illegal eingewanderter Menschen aus Süd- und Mittelamerika konsequent von ihren Familien.

Trump ermöglichte es am Mittwoch per Dekret vorläufig, dass Kinder und Eltern gemeinsam inhaftiert werden können und beendete die umstrittene Praxis damit zunächst. Dies ist jedoch eine befristete Regelung, sie muss gesetzlich untermauert werden.   © dpa

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