Die US-Regierung von Donald Trump reißt jeden Tag an der Grenze Flüchtlingsfamilien auseinander. Auch Babys und Kleinkinder werden nicht verschont. Die Meldung dazu ist zu viel für eine bekannte US-Moderatorin. Sie bricht vor laufenden Kameras in Tränen aus.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Die bekannte US-Fernsehmoderatorin Rachel Maddow ist am Dienstag (Ortszeit) in ihrer täglichen Live-Sendung in Tränen ausgebrochen, als sie eine Meldung über die Trennung von Familien an der US-Grenze verlesen wollte.

"Die Trump-Regierung hat Babys und kleine Kinder...", begann sie, konnte den Satz aber nicht beenden und brach in Tränen aus.

"Könntet ihr eine Grafik einblenden?", fragte die MSNBC-Moderatorin die Regie, allerdings war keine vorhanden.

"Ich glaube, ich muss das abgeben", fuhr die als nervenstark bekannte Maddow fort und reichte einer Kollegin das Papier mit der Meldung. "Tut mir leid, das war's für uns heute Abend. Wir sehen uns morgen."

Auf Twitter entschuldigte sich die 45-Jährige kurz darauf:

"Ugh, es tut mir leid. Es ist mein Job, im Fernsehen sprechen zu können." Sie habe plötzlich nichts mehr sagen und tun können.

Die komplette Meldung verschickte sie dann über den Kurznachrichtendienst und fügte hinzu: "Nochmals entschuldige ich mich dafür, den Faden verloren zu haben." Von ihren Followern wurde Maddow gefeiert.

Trotz zunehmenden Drucks aus dem In- und Ausland hält die US-Regierung weiter an den umstrittenen Familientrennungen an der Grenze zu Mexiko fest.

Justizminister Jeff Sessions und Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen verteidigten das Vorgehen am Montag mit der Begründung, Menschen mit Kindern seien nicht vor Strafverfolgung geschützt.

Unterdessen veröffentlichte die Plattform ProPublica eine Tonaufnahme, auf der heftig weinende Kinder zu hören sind, die von ihren Eltern getrennt wurden.

Tonband-Aufnahme sorgt weltweit für Entsetzen

"Mami! Ich will mit Papa mitgehen", ist ein kleines Mädchen zu hören, das so heftig weint, dass es kaum Luft holen kann. Ein anderes Mädchen schluchzt: "Ich will nicht von meinem Papa getrennt werden."

Im US-Kapitol haben am Dienstag über die Einwanderungspolitik von Präsident Donald Trump erboste Abgeordnete der oppositionellen Demokraten protestiert.

"Hören Sie auf, Kinder zu trennen", forderte der Demokrat Juan Vargas, als Trump aus einem Sitzungsraum kam, in dem er mit den Republikanern über die Einwanderungspolitik beraten hatte.

"Herr, Präsident, haben Sie keine Kinder?", fragte Vargas, der ein Schild mit der Aufschrift "Familien gehören zusammen" hoch hielt. "Wie fänden Sie es, wenn man Ihre Kinder trennen würde", fuhr Vargas fort. Ein anderer Abgeordneter rief: "Wir werden nicht weggehen".

Die US-Behörden behandeln illegal ins Land kommende Menschen seit Monaten systematisch als Gesetzesbrecher und nehmen sie in Haft. Haben sie Kinder bei sich, werden diese in Heimen untergebracht. Das Thema der Familientrennungen an der US-Grenze zu Mexiko gewinnt derzeit stark an Brisanz. Nicht nur die Demokraten, auch viele Republikaner kritisieren die Praxis.

Eine derartig laute und öffentliche Protestaktion wie die der oppositionellen Abgeordneten vom Dienstag in unmittelbarer Nähe des Präsidenten in den Hallen des historischen Kapitols ist allerdings äußerst ungewöhnlich. (ska/dpa/afp)