• 187 Minuten lang war der damalige US-Präsident Donald Trump nach seiner aufwiegelnden Rede am 6. Januar 2021 untätig geblieben.
  • Seine Anhänger stürmten unterdessen das US-Kapitol, fünf Menschen starben.
  • US-Präsident Joe Biden kritisierte Trumps Verhalten nun erneut und fand drastische Worte.


Mehr aktuelle News finden Sie hier

US-Präsident Joe Biden hat seinen Vorgänger Donald Trump wegen seiner stundenlangen Untätigkeit während der Kapitol-Attacke heftig angegriffen. "Drei Stunden lang sah der besiegte ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten zu, wie all dies geschah, während er bequem im privaten Esszimmer neben dem Oval Office saß", sagte Biden am Montag (Ortszeit) in einer per Video übertragen Rede anlässlich einer Konferenz für schwarze Führungskräfte in Strafverfolgungsbehörden.

"Während er das tat, wurden mutige Polizeibeamte drei Stunden lang der mittelalterlichen Hölle ausgesetzt, triefend vor Blut, umgeben von einem Gemetzel, von Angesicht zu Angesicht mit einem verrückten Mob, der die Lügen des besiegten Präsidenten glaubte", so Biden weiter. Trump habe der Mut gefehlt, zu handeln, die Polizisten seien an diesem Tag "Helden" gewesen.

Weiter sagte der US-Präsident: "Man kann nicht Pro-Aufstand und Pro-Polizei sein. Man kann nicht Pro-Aufstand und Pro-Demokratie sein. Man kann nicht Pro-Aufstand und Pro-Amerika sein."

Untersuchungsausschuss: Trump blieb über drei Stunden lang untätig

In der vergangenen Woche hatte die vorerst letzte Anhörung des Untersuchungsausschusses zum Sturm auf das US-Kapitol gezeigt, dass Trump die Ereignisse im und rund um das Kapitol an diesem Tag im Fernsehen verfolgte. Erst 187 Minuten nach seiner aufwiegelnden Rede am 6. Januar 2021 hatte er seine Anhänger in einer Videobotschaft aufgefordert, nach Hause zu gehen. Der republikanische Abgeordnete Adam Kinzinger sagte, Trump habe sich bewusst "entschieden, nicht zu handeln", weil der "Mob" seinen Plan umgesetzt habe.

Angesprochen auf die Äußerungen Bidens betonte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, dass Trump für die Ereignisse an diesem Tag Verantwortung trage. "Der ehemalige Präsident musste eine Wahl treffen. Die Wahl lautete: Stehen Sie auf der Seite unserer Strafverfolgungsbehörden oder auf der Seite des Mobs?", sagte sie.

Sturm auf US-Kapitol im Januar 2021: Schwarzer Tag für die US-Demokratie

Radikale Trump-Anhänger hatten das Kapitol gestürmt, als dort Bidens Sieg bei der Präsidentschaftswahl vom November 2020 offiziell bestätigt werden sollte. Trump hatte seine Anhänger kurz zuvor in einer aufpeitschenden Rede dazu aufgerufen, zum Kapitol zu marschieren und "auf Teufel komm raus" zu kämpfen. Die Kapitol-Erstürmung mit fünf Toten und rund 140 verletzten Polizisten sorgte weltweit für Entsetzen und gilt als schwarzer Tag in der Geschichte der US-Demokratie.

(spl/dpa/AFP)  © dpa

Sturm aufs Kapitol: Wusste Trump von den Waffen? Zeugin belastet ihn schwer

Eigentlich sollte es erst im Juli wieder eine Anhörung des Untersuchungsausschusses zur Kapitol-Attacke geben. Doch dann wurde plötzlich eine neue Sitzung anberaumt - mit einer Zeugin, deren Aussagen es in sich haben. (Teaserbild: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Christy Bowe)