Für große Aufregung im US-Wahlkampf sorgen derzeit Anhänger des Republikaners Mitt Romney. Doch nicht alle Helfer Romneys treten - wie Chuck Norris und Clint Eastwood - als Haudegen in Filmen auf. Der Immobilien-Unternehmer David Siegel übt subtileren Druck aus und droht seinen Angestellten mit Kündigung, wenn sie nicht für Romney stimmen.

In einer Email warnt der Eigentümer und Manager des großen amerikanischen Immobilien-Unternehmens Westgate Resorts seine 7.000 Mitarbeitern davor, dass Obamas Wiederwahl ihre Arbeitsplätze "gefährden" würde.

Dem US-Blognetzwerk "Gawker" liegt das Schreiben vor, in dem der Multimillionär Siegel seinen Beschäftigten Folgendes mitteilt: "Wenn mir weitere Steuern auferlegt werden oder meinem Unternehmen, so wie es unser heutiger Präsident plant, werde ich keine andere Wahl haben und werde eine Verkleinerung des Unternehmens vornehmen." Seine Drohung unterschreibt er mit "your boss".

Der Immobilien-Mogul behauptet nach Aussage der amerikanischen Onlinezeitung "Huffington Post" von sich, "persönlich verantwortlich" für die Wahl George W. Bushs zum US-Präsidenten im Jahr 2000 gewesen zu sein. Gawker zitiert Sieglers Aussagen darüber, wie er die US-Präsidentschaftswahlen beeinflusst habe: "Ich ließ meine Manager alle Angestellten überprüfen. Wenn sie Bush mochten, veranlassten wir sie, sich für die Wahl zu registrieren. Nicht aber, wenn sie Gore mochten." In den Vereinigten Staaten müssen sich die Bürger bei ihrer Behörde für die Präsidentschaftswahl anmelden, um für ihren Präsidentschaftskandidaten als sog. "registered voters" stimmen zu können. Somit hätte Siegel tatsächlich Einfluss auf die Wahlen genommen.

Siegel ist nicht der einzige Manager, der versucht, seine politische Überzeugung den Angestellten aufzuerlegen. Bob Murray, Manager des amerikanischen Kohle-Unternehmens Murray Energy, soll angeblich seine Arbeitnehmer unter Druck gesetzt haben, Geld für die Romney-Wahlkampfkampagne zu spenden und sich für die Teilnahme an einer Kundgebung zur Unterstützung Romneys einen Tag freizunehmen. Auch hier hätten diese offenbar ihren Arbeitsplatz riskiert, wenn sie den Anweisungen nicht Folge geleistet hätten.