• Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat sich über die Art der Äußerungen von Friedrich Merz auf die Regierungserklärung schockiert gezeigt.
  • Der Unions-Chef habe sich "unhöflich", "unprofessionell" und inhaltlich "uninformiert" präsentiert.
  • Konkret bemängelte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses Merz Aussagen zu Waffenlieferungen und die Rücktrittsforderung an Verteidigungsministerin Lambrecht.

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Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, hat sich über das Verhalten von Unionsfraktionschef Friedrich Merz schockiert gezeigt. Bei seinem Auftritt im Bundestag am Donnerstag habe er sich "unhöflich", "unprofessionell" und inhaltlich "uninformiert" präsentiert, sagte die FDP-Politikerin im TV-Sender Welt.

Strack-Zimmermann geht hart mit Merz ins Gericht

Strack-Zimmermann kritisierte etwa den Vorwurf von Merz, dass derzeit praktisch keine schweren Waffen in die Ukraine geliefert würden. "Ich bin überrascht, dass Friedrich Merz das gesagt hat. Friedrich Merz hätte sich im Vorfeld seiner Rede mit seinen Verteidigungspolitikerinnen und -politikern mal zusammensetzen sollen. Dann wüsste er, dass das Ganze läuft", sagte sie. Er habe etwa wissen müssen, dass "wir auch ausbilden" und, "dass diese schweren Waffen vorbereitet werden". Merz sei "schlichtweg bei dem Thema uninformiert" gewesen.

Konkret warf Merz Bundeskanzler Olaf Scholz in seiner Antwort auf dessen Regierungserklärung ein doppeltes Spiel vor. Scholz erwecke den Eindruck, als ob Waffenlieferungen stattfänden, sagte der CDU-Vorsitzende am Donnerstag. "Die Wahrheit ist doch, dass aus Deutschland in den letzten Wochen so gut wie nichts an Waffen geliefert worden ist. (...) Es wird praktisch nichts geliefert", sagte Merz. "Was treiben Sie denn da für ein Spiel, auch mit der deutschen Öffentlichkeit, wenn es um diese Waffenlieferungen geht?"

Merz fordert Entlassung von Lambrecht

Zudem forderte Merz die Entlassung von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD). Lambrecht hatte in einem Regierungshubschrauber zu einem Truppenbesuch in Norddeutschland Mitte April ihren 21-jährigen Sohn mitgenommen und steht damit seitdem öffentlich in der Kritik. "Trennen Sie sich von dieser Ministerin so schnell wie möglich", sagte der CDU-Vorsitzende am Donnerstag in der Erwiderung auf die Regierungserklärung von Scholz. "Sie werden es sowieso irgendwann in den nächsten Wochen und Monaten machen müssen. Also machen Sie es bald."

"Man kann kritisch miteinander umgehen, aber ich finde, es gehört sich nicht, auf Presseartikel zu reagieren und eine Ministerin in einer solchen Debatte derart anzugreifen", kritisierte Strack-Zimmermann die Äußerungen des Oppositionsführers Merz. Gerade er, der ähnliche Kritik bereits "an eigenem Leibe erlebt" habe, solle zurückhaltender sein. "Er wurde von Angela Merkel ja geschasst, was er offensichtlich bis heute nicht überwunden hat." (dpa/mgb)