Für die SPD geht es einer neuen Umfrage zufolge weiter in den Keller - für die Grünen hingegen steil bergauf. Ihr Abstand zur CDU ist nur noch gering. Merkels angekündigter Rückzug hat offenbar keinen signifikanten Einfluss auf die Zustimmungswerte der CDU. Bei der sogenannten Kanzlerfrage schneidet Merkel allerdings deutlich besser ab als Friedrich Merz. Andrea Nahles bleibt chancenlos.

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Im wöchentlichen Trendbarometer von RTL und n-tv fällt die SPD auf katastrophale 13 Prozent. Die Grünen springen - möglicherweise im Sog ihrer Erfolge bei den jüngsten Landtagswahlen in Bayern und Hessen - um gleich 3 Punkte auf für sie sensationelle 24 Prozent.

Die Union legt in der am Samstag veröffentlichten Erhebung des Forsa-Instituts um einen Punkt auf 27 Prozent zu. Damit beträgt der Abstand zu den Grünen nur noch 3 Prozent.

Die AfD sinkt leicht auf 13 Prozent, die Linke auf 9 Prozent. Die FDP ist in der Forsa-Umfrage seit Wochen stabil bei 9 Prozent.

Der Überblick über die aktuellen Umfragewerte (und die Veränderung zur Vorwoche):

  • Union: 27 Prozent (plus 1)
  • SPD: 13 Prozent (minus 1)
  • Grüne: 24 Prozent (plus 3)
  • AfD: 13 Prozent (minus 1)
  • Linke: 9 Prozent (minus 1)
  • FDP: 9 Prozent (unverändert)

K-Frage: Merz schneidet schlechter ab als Merkel

Die Ankündigung von Kanzlerin Angela Merkel, beim Parteitag im Dezember nicht mehr als CDU-Vorsitzende anzutreten, hat anscheinend keine Auswirkungen auf ihren Vorsprung in der Kanzlerpräferenz.

Friedrich Merz, der im Dezember für den CDU-Parteivorsitz kandidieren will, schneidet laut Forsa-Umfrage in der sogenannten K-Frage deutlich schlechter ab als Amtsinhaberin Angela Merkel.

Bei der Frage "Wen würden Sie direkt zum Kanzler wählen?" erreicht Merkel im direkten Vergleich mit SPD-Chefin Andrea Nahles 45 zu 10 Prozent. Bei Merz würde der Vorsprung zu Nahles demnach 37 zu 13 Prozent betragen.

Scholz hätte größere Chancen als Nahles

Deutlich knapper würde es, wenn die SPD Vizekanzler Olaf Scholz als Spitzenkandidat nominieren würde. Merkel hätte hier gleichwohl immer noch einen komfortablen Vorsprung von 17 Prozent.

Im direkten Vergleich von Merz und Scholz würde der CDU-Politiker mit 31 zu 28 Prozent nur sehr knapp vorne liegen. Selbst von den CDU-Anhängern würden sich in diesem Fall laut Forsa nur 48 Prozent für Merz entscheiden.

Für das "Trendbarometer" wurden vom 29. Oktober bis 2. November 2.502 Wahlberechtigte befragt. Die anderen Kandidaten für den CDU-Vorsitz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn, wurden offensichtlich nicht abgefragt.

Unions-Anhänger bevorzugen Merz als CDU-Chef

Einer anderen Umfrage des Instituts Emnid für die "Bild am Sonntag" zufolge bedauern 54 Prozent der Unions-Anhänger den Rückzug Merkels vom CDU-Vorsitz. 46 Prozent bedauern diesen Schritt nicht.

Unter den Bewerbern für die Nachfolge Merkels an der Parteispitze würden sich demnach 44 Prozent der Unions-Anhänger für Merz entscheiden, 39 Prozent würden die derzeitige Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer bevorzugen und neun Prozent Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Emnid befragte am 30. und 31. Oktober 1.008 Wahlberechtigte. (jwo/dpa/AFP)  © AFP