Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gemeinsam mit den Präsidenten Frankreichs und der Ukraine sowie Kremlchef Putin einen "Bruch" des vereinbarten Waffenstillstands angeprangert.

Das berichtet der Nachrichtensender N24 unter Berufung auf Aussagen aus dem Elysée-Palast in Paris. Demnach hatten Angela Merkel, François Hollande, Petro Poroschenko und Wladimir Putin in einem Telefonat am Donnerstag eine "strenge" Umsetzung der in Minsk vereinbarten Maßnahmen gefordert.

In der ostukrainischen Stadt Debalzewo war es trotz vereinbartem Waffenstillstand seit mehreren Tagen zu schweren Auseinandersetzungen zwischen prorussischen Separatisten und dem ukrainischen Militär gekommen. Seit Mittwoch ist die Stadt unter Kontrolle der prorussischen Rebellen. Das ukrainische Militär zog sich zurück.

Wladimir Putin will auf Separatisten einwirken

Trotzdem wurde das Minsker Friedensabkommen nicht für gescheitert erklärt. Die Vierergruppe von Minsk hält weiterhin an den Vereinbarungen fest, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstag in Berlin mit.

"Sie waren sich einig, dass hierfür nun unmittelbar konkrete Schritte zur umfassenden Umsetzung der Waffenruhe und des Rückzugs der schweren Waffen unter Beobachtung der OSZE erforderlich seien, wie am 12. Februar im Minsker Maßnahmenpaket vereinbart", erklärte Seibert weiter. Auch mit dem Gefangenenaustausch müsse begonnen werden. Die Außenminister der vier Länder würden in den nächsten Tagen weiter über die Umsetzung des Minsker Maßnahmenpakets beraten.

Putin habe zugesagt, in diesem Sinne auf die Separatisten einzuwirken.

Diese haben sich grundsätzlich für eine internationale Friedensmission in der Ostukraine ausgesprochen. Allerdings würden sie eine solche Mission ausschließlich an der Grenze zwischen dem von ihnen beherrschten Gebiet und den unter ukrainischer Kontrolle stehenden Regionen unterstützen, sagte Separatistenführer Eduard Bassurin in Donezk. Einen internationalen Einsatz an der Grenze zu Russland schloss Bassurin der Agentur Interfax zufolge aus. Petro Poroschenko hatte am Vorabend einen Friedenseinsatz mit Mandat des Weltsicherheitsrates der Vereinten Nationen vorgeschlagen.

(dpa/she)