Hunderttausende Palästinenser protestieren gegen die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem. Dutzende Menschen sterben. Scharfe Kritik am Vorgehen Israels kommt vonseiten der Türkei.

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Die Türkei hat das Vorgehen Israels im Gazastreifen als "Massaker" bezeichnet und die USA mitverantwortlich gemacht. Man verfluche "das Massaker", das von israelischen Sicherheitskräften an friedlich protestierenden Palästinensern verübt worden sei, teilte das Außenministerium in Ankara am Montag mit.

Die Verantwortung für die negativen Folgen der Entscheidung, die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, liege "gänzlich bei der Führung der USA".

AKP-Sprecher macht auch USA verantwortlich

Der Sprecher der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP, Bekir Bozdag, schrieb auf Twitter: "Für dieses Massaker ist die Führung der USA genauso verantwortlich wie die israelische Regierung".

Außenminister Mevlüt Cavusolgu sagte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, es reiche nicht aus, dieses "Massaker" zu verurteilen, es müssten gemeinsame Schritte unternommen werden.

Der Sprecher von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, sagte laut Anadolu, es sei eine "Schande", dass die Welt zu solch einer "systematischen Barbarei der Vernichtung" schweige.

Mindestens 41 Menschen sind tot

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Gazastreifen wurden inzwischen mindestens 41 Palästinenser bei Protesten an der Grenze zu Israel von israelischen Soldaten erschossen. Ein Auslöser der palästinensischen Proteste ist die Verlegung der US-Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem am Montag. Sie richten sich außerdem gegen die seit mehr als einem Jahrzehnt bestehende Blockade des Gazastreifen durch Israel und Ägypten.

Die Verlegung der Botschaft sei aus Sicht der Türkei illegal, teilte das Außenministerium weiter mit. "Dadurch, dass die Führung der USA in ihrer Haltung insistiert, hat sie den Boden für die Lösung des elementarsten Problems des Mittleren Ostens zerstört." (ank/dpa)  © dpa