Das Bauministerium in Mecklenburg-Vorpommern hat den Weg für eine umstrittene Flüchtlingsunterkunft im 500-Einwohner-Ort Upahl freigemacht. Damit könnte nach einer monatelangen Hängepartie nun doch eine Containerunterkunft in dem kleinen Ort in Mecklenburg entstehen. Die Gemeinde hatte die Entscheidung des Kreises zuvor mit allen Mitteln angefochten. "In der konkreten Abwägung war die Pflichtaufgabe des Landkreises, verfolgte Menschen - oft aus Kriegsgebieten - dringend gut unterzubringen, letztlich deutlich überwiegend", sagte der zuständige Bauminister Christian Pegel (SPD) am Mittwoch in Schwerin.

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Der zuständige Landkreis Nordwestmecklenburg darf nun eine Baugenehmigung für die temporäre Containerunterkunft mit maximal 250 Plätzen ausstellen und die Blockade der Gemeinde damit umgehen. Zuvor war Platz für bis zu 400 Menschen angepeilt worden - und damit für fast so viele Menschen, wie im Ort selbst bislang leben. Bisher ist eine Dauer von einem Jahr durch den Landkreis vorgesehen, laut Bundesgesetz wären bis zu drei Jahre möglich.

Der Landkreis sei auf die Fläche angewiesen, kurzfristig seien keine anderen Möglichkeiten vorhanden, sagte Pegel. Proteste gegen die Unterkunft hatten bundesweites Medieninteresse auf sich gezogen. Bürger vor Ort fühlten sich durch die Entscheidung für die Unterkunft übergangen. Dem Landkreis mangelt es an Erstaufnahmeplätzen.  © dpa

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