US-Präsident Barack Obama hat sich entschieden: Er will im Syrien-Konflikt eingreifen. Doch bevor es zu einem Militärschlag kommt, will der US-amerikanische Präsident den Kongress über ein Eingreifen abstimmen lassen. Die jüngsten Entwicklungen des Syrien-Konfilkts im Ticker.

22.25 Die Abstimmung des US-Kongress findet wohl statt, bevor der UN-Bericht der Inspekteure vollständig ausgewertet ist. Der Bericht des UN-Expertenteams über den mutmaßlichen Einsatz von Giftgas in Syrien soll in spätestens drei Wochen vorliegen. Das teilte die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen in Den Haag mit.

21.45 Obamas Entscheidung, den Kongress anzuhören, missfällt einigen republikanischen Politikern in den USA. Der Abgeordnete des Repräsentantenhauses, Peter King, kritisiert die abwartende Haltung des Präsidenten. "Obama entsagt seiner Verantwortung als Oberbefehlshaber", sagt King: "Er braucht den Kongress nicht, um einen Militärschlag gegen Syrien zu autorisieren."

20.52 In den nächsten Tagen scheint es nun nicht zu einem Angriff der USA auf Syrien zu kommen. Eine Entscheidung über einen möglichen Militärschlag wird erst am 9. September erwartet. Das sagt der Sprecher des Repräsentantenhauses, John Boehner.

20.10 Barack Obama könnte als Oberbefehlshaber der US-amerikanischen Truppen alleine über einen Militärschlag entscheiden. Dennoch macht er einen Angriff von der Zustimmung des Kongresses abhängig. Das Land sei stärker, wenn die Entscheidung vom Kongress getragen werde, lautet Obamas Begründung.

19.56 Der amerikanische Präsident hat sich entschieden: Barack Obama will in Syrien militärisch eingreifen. "Was für eine Nachricht schicken wir, wenn wir nichts tun? Wir können unsere Augen nicht verschließen", sagte er in einem Statement vor dem Weißen Haus. Obama will jedoch nicht alleine über einen Angriff entscheiden. Der US-Kongress soll über einen Syrien-Einsatz abstimmen.

19.39 Barack Obamas Statement sollte eigentlich um 19.15 Uhr stattfinden. Der amerikanische Präsident lässt jedoch noch auf sich warten. Indes hat die Deutsche Presse Agentur von neuen Entwicklungen in Syrien erfahren. Die syrische Armee verlegt laut Augenzeugenberichten Einheiten in Wohngebiete der Hauptstadt Damaskus. Außerdem hätten regimetreue Soldaten Ausrüstung in Wohngebäude, Schulen und Studentenwohnheime geschafft.

19.05 Das Weiße Haus hat angekündigt, dass sich Barack Obama in den nächsten Minuten zum weiteren Vorgehen in Syrien äußern wird. In seinem Statement soll es sich jedoch nicht um die Ankündigung eines militärischen Angriffs handeln.

18.31 Die UN-Chemiewaffeninspekteure sind mit dem Flugzeug in den Niederlanden eingetroffen. Das Team fährt nun weiter zum Hauptsitz der Organisation in Den Haag. Von dort sollen die entnommenen Proben auf verschiedene Labors in Europa verteilt werden.

18:00 Ex-Verteidigungsminister Jung spricht sich gegen einen Militärschlag gegen Assad aus. "Ich glaube nicht, dass ein Militärschlag zum Erfolg führt. Erforderlich ist eine politische Lösung." Zu bedenken sei auch, dass man in Syrien "ja überhaupt nicht wisse, wen man konkret unterstützen soll."

17:15 Das Auswärtige Amt verschärft die Reisehinweise für Syriens Nachbarland Libanon. Von Reisen in das gesamte Land wird abgeraten. Die nachdrückliche Warnung vor Reisen in den Nordlibanon, die wegen der Gefahr spontaner Auseinandersetzungen der Bewohner schon zuvor bestanden hatte, hält das Auswärtige Amt aufrecht.

16:41 Lange Schlangen an den Grenzübergängen zum Libanon: Viele Syrer fliehen vor dem erwarteten US-Militärschlag. Die meisten stammen aus Gegenden, die noch von den Regierungstruppen kontrolliert werden. Unter den Assad-Anhängern sind auch einige, die in Luxuskarossen die Reise in das vermeintlich sicherere Land antreten.

15:50 Die Arabische Liga will am Sonntag über den Syrienkonflikt beraten. Die Außenminister wollen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo zusammenkommen. Das Treffen war ursprünglich für Dienstag geplant.

14.46 Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) glaubt, dass Diktator Assad in Syrien nicht mehr Teil der Lösung sein kann. Der Giftgasanschlag sei ein Verbrechen gegen Zivilisation und Menschlichkeit. Dennoch spricht sich Niebel gegen einen Militäreinsatz in Syrien aus

14.10 Der britische Premierminister David Cameron plant nach seiner Abstimmungsniederlage im Parlament in Sachen Syrien laut "Independent" eine Kabinettsumbildung. 30 Parlamentarier aus der konservativen Partei Camerons hatten gegen einen britischen Einsatz gegen Assad gestimmt.

13.21 Das UN-Team, das den Giftgasangriff nahe Damaskus untersucht hat, befindet sich in einem Flugzeug der Bundesregierung auf dem Weg nach Europa. Die Maschine wurde vom Auswärtigen Amt gechartert.

12:51 Kremlchef Wladimir Putin hat die USA aufgefordert, ihre Giftgas-Vorwürfe an das Regime in Syrien mit konkreten Beweisen zu belegen. Er halte den Giftgaseinsatz für eine Provokation, "um andere Länder in den Konflikt hineinzuziehen". Die Weltgemeinschaft solle beim G20-Gipfel in St. Petersburg nächste Woche über Syrien zu sprechen. "Es ist nicht der Weltsicherheitsrat, aber ein guter Ort für das Problem", sagte Putin.

12:15 Russland hat seine umstrittenen Waffenlieferungen an Syrien gestoppt - weil das Regime in Damaskus Rechnungen nicht bezahlt. Zwölf Kampfjets vom Typ MiG-29M/M2, sechs Raketenabwehrsysteme und 36 Trainingsflugzeuge wurden nicht geliefert. Es gebe aber keinen politischen Hintergrund, so ein Mitarbeiter des staatlichen russischen Rüstungskonzerns.

11:55 Die syrische Führung rechnet mit einem baldigen Angriff der USA. Der Beginn des Einsatzes werde "jeden Moment" erwartet, so ein Vertreter der Sicherheitskräfte. Man sei bereit zur "Vergeltung".

11:35 Aus arabischen Diplomatenkreisen verlautet nach kuwaitischen Medienangaben, dass mit Militärschlägen spätestens am Sonntag gerechnet wird. Nach Abreise der Inspekteure gehe es lediglich noch um Stunden, berichtete die Zeitung "Al-Kabas".

11:06 Eine Delegation des iranischen Parlaments ist nach Damaskus gereist. Der Besuch soll als Zeichen der Solidarität mit dem syrischen Regime dienen. Der Iran steht im Syrien-Konflikt auf der Seite Assads.

10:53 Russland kritisiert einen möglichen US-Militäreinsatz scharf. Die "Drohungen" Obamas seien "unannehmbar", teilt das Außenministerium in Moskau mit.

10:32 Die Clique um Assad spottet auf Facebook über die USA. Anhänger des Diktators hinterlassen zuhauf ihre Jubelkommentare. Hafis al-Assad, elfjähriger Sohn des Diktators, wünscht sich auf Twitter sogar einen Angriff der USA.

10:10 Das syrische Regime weist die Vorwürfe der USA als "haltlose Lügen" zurück. Diese basierten auf erfundenen Berichten von Rebellen.

09:50 Der ehemalige deutsche UN-Botschafter Gunther Pleuger kritisiert die USA: "Es sind ja keine Beweise vorgelegt worden. Man wird natürlich schon an Irak erinnert, wo solche (...) angeblichen Beweise vorgelegt wurden, und alle nicht stimmten."

09:35 Die US-Marine hat ein weiteres Schiff ins östliche Mittelmeer geschickt. Das Kriegsschiff der San-Antonio-Klasse habe den Suezkanal durchfahren und sei zu den fünf Zerstörern gestoßen, die sich bereits im Mittelmeer aufhalten, sagte eine Pentagon-Sprecherin.

09:25 Es gilt als unwahrscheinlich, dass Obama das Ergebnis des Berichts der UN-Inspekteure abwarten wird. Zu klar scheinen die Beweise gegen Assad zu sein. Es wird mit einem Militärschlag in den nächsten Tagen oder eventuell schon heute gerechnet.

08:50 Wann ein Untersuchungsbericht veröffentlicht werden kann, ist unklar. Aus westlichen Diplomatenkreisen hieß es, es werde mindestens 10 bis 14 Tage dauern, bis die Ergebnisse vorliegen könnten.

08:35 Nach dem Abschluss ihrer Untersuchungen in Syrien haben die UN-Chemiewaffenexperten Damaskus verlassen. Nach Augenzeugenberichten reiste das Team in einem Autokonvoi in Richtung der syrisch-libanesischen Grenze.

08:00 US-Präsident Obama zögert noch mit dem Einsatzbefehl. Doch sind für seine Regierung die Fakten auch ohne die Untersuchungen der UN-Inspekteure eindeutig. Scharfe Kritik kommt aus Damaskus und Moskau.

07:45 Kanzlerin kritisiert Russland und China: "Es ist sehr bedauerlich, dass sich Russland und China seit langer Zeit einer gemeinsamen Haltung im Syrien-Konflikt verweigern, das schwächt die Rolle der UN derzeit erheblich", sagte Angela Merkel der "Augsburger Allgemeinen". (jfi/am/dpa)