Der Bundestag hat am Freitag Ja zur ehe für alle gesagt, doch die Gegner sind nicht verstummt. Die AfD prüft eine Verfassungsklage - und ist dabei ganz auf einer Linie mit Innenminister Thomas de Maizière.

Die AfD prüft eine Verfassungsklage gegen die Ehe für alle. Spitzenkandidat Alexander Gauland sagte der "Bild am Sonntag", die Ehe zwischen Menschen gleichen Geschlechts schaffe eine "Wertebeliebigkeit, die unserer Gesellschaft schadet".

Promis loben Ehe für alle und verteilen manchen Seitenhieb an deren Gegner.


Der Bundestag hatte die Öffnung der Ehe für Homosexuelle am Freitag mit großer Mehrheit beschlossen.

Thomas de Maizière: Ehe für alle verfassungswidrig

Bundesinnenminister Thomas de Maizière räumt einer Verfassungsklage Erfolgschancen ein. "Ich habe gegen dieses Gesetz gestimmt. Ein Grund dafür ist, dass wir aus meiner Sicht als Jurist dafür eine Verfassungsänderung gebraucht hätten", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag".

Außerdem sei für ihn die Ehe "eine Verbindung zwischen Mann und Frau".

Bildergalerie starten

Ehe für alle: Wer stimmte dafür, wer dagegen?

Es ist eine historische Entscheidung: Mit einer Mehrheit von 393 Abgeordneten im Bundestag ist die rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare und damit die Ehe für alle beschlossen. Trotzdem gab es einige Überraschungen. Hier sehen Sie, welche Abgeordneten außerdem gegen die Ehe für alle waren und welche dafür stimmten.

Minister warnt vor "massiven Problemen bei Umsetzung"

Unionsabgeordnete und auch die AfD hatten unmittelbar nach der Abstimmung mitgeteilt, eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht zu prüfen. Rechtsexperten bewerten die Aussichten unterschiedlich.

Aus Sicht von Innenminister de Maizière ist das Gesetz auch "nicht ohne Weiteres umsetzbar", weil eine Reihe von Folgeregelungen fehlen. So sei unklar, ob und wie eingetragene homosexuelle Lebenspartnerschaften in Ehen umgewandelt würden, sagte er. "Es wird massive Probleme bei der Umsetzung geben, die man dann hinterher reparieren muss."

CDU-Politiker kündigt Hochzeit an

Auch Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte, er rechne mit Beratungen der Verfassungsrichter in der Frage. Der Bundestag habe einen "recht unausgegorenen Gesetzentwurf" verabschiedet, kritisierte er am Samstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP.

Zugleich kündigte ein erster schwuler CDU-Politiker die Eheschließung mit seinem Partner an. Der Stuttgarter Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann sagte der "BamS", dies sei für ihn nur noch ein formaler Schritt. Kaufmann ist seit Ende 2013 verpartnert.


© AFP