Ankerzentrum

Wegen der Randale im Bamberger Ankerzentrum von vergangenem Dezember ist einer der Haupttäter zu neuneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Im Prozess um einen Aufruhr im Ankerzentrum Bamberg werden heute vor dem Landgericht die Plädoyers und Urteile erwartet.

Im Sommer gab es um die Ankerzentren für Flüchtlinge Knatsch. Innenminister Horst Seehofer (CSU) wollte sie damals bundesweit umsetzen. Die meisten Länder folgten nicht - und werden das in absehbarer Zeit auch nicht mehr tun.

Nach der Randale im Ankerzentrum Bamberg sind gegen die vier hauptverdächtigen Männer Haftbefehle ergangen. 

Schwere Ausschreitungen im Bamberger Ankerzentrum: In der Nacht auf Dienstag haben Bewohner in der Aufnahmestelle für Asylbewerber erst das Sicherheitspersonal und dann die zur Hilfe gerufenen Polizisten attackiert. Es gibt elf Verletzte, neun Männer werden festgenommen.

Der Dachstuhl des Ankerzentrums für Flüchtlinge in Bamberg ist am Samstag in Flammen aufgegangen. Die Brandursache ist noch nicht geklärt. 

Ankerzentrum lautete eines der Reizwörter in der Asyl-Debatte. Flüchtlinge dürften nicht kaserniert werden, schimpfen die Kritiker. Diese Art der Unterbringung beschleunige die Verfahren, argumentieren die Befürworter. In Bayern gibt es nun sieben dieser Einrichtungen. Ein Besuch im schwäbischen Donauwörth, wo rund 650 Menschen aus Gambia, Nigeria und der Türkei in einer ehemaligen Kaserne leben. 

Der Zoff in der Koalition um die sogenannten Ankerzentren geht weiter. Die SPD erwartet von Innenminister Seehofer eine konkrete Planung, es seien bisher an den bestehenden bayerischen Einrichtungen "lediglich die Türschilder ausgetauscht" worden, kritisiert Niedersachens Innenminister Pistorius. Die Vizevorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion legt im "Morgenmagazin" nach.

Horst Seehofer hat für das ARD-Sommerinterview seinen Urlaub unterbrochen. Der Innenminister wehrt sich gegen Kritik an seinen jüngsten Aussagen und macht deutlich: Er bereut nichts - im Gegenteil. 

In Bayern gehen die umstrittenen sogenannten "Anker-Zentren" in Betrieb. Der Freistaat setzt damit eines der zentralen Asylprojekte von Bundesinnenminister Seehofer um - und will Vorbild sein für schnellere Asylentscheidungen. Doch die Kritik verstummt nicht.

Migranten schneller abschieben, wenn sie kein Bleiberecht haben: Das ist das erklärte Ziel von Horst Seehofer. Fast hätte ihn der Weg dahin das Amt als Innenminister gekostet. Bayern setzt nun als erstes Bundesland eines von Seehofers zentralen Asylprojekten um.

Zuspitzung im Asylstreit: Horst Seehofer bezeichnet die EU-Vorschläge von Kanzlerin Angela Merkel als "nicht wirkungsgleich". Zudem lehnt er die Unterbringung von bereits registrierten Asylbewerbern in Ankerzentren ab - und bleibt so weiter auf Konfrontationskurs.

Erfolg für Angela Merkel: 14 EU-Staaten haben den Bundeskanzlerin die Rücknahme von Flüchtlingen zugesagt. Zudem will die Kanzlerin künftig anderswo registrierte Migranten in "Ankerzentren" unterbringen.

Baden-Württemberg setzt nach den Worten seines Innenministers Thomas Strobl (CDU) die von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) geforderten Ankerzentren bereits um. 

Dem Innenminister bläst der Wind ins Gesicht. In der Bamf-Affäre bemüht sich Seehofer, das Heft des Handelns in die Hand zu bekommen. Und bei den geplanten Asylzentren stockt es - das bayerische Vorbild gilt Kritikern als abschreckend.

Die Länder wehren sich gegen die von der Koalition vereinbarten "Ankerzentren" für Asylwerber. Von einigen kam ein klares Nein.