Der sogenannte "Islamische Staat" hat sich über Twitter zu den Bombenanschlägen in Sri Lanka bekannt. Die Terrormiliz übernimmt die Verantwortung für die Oster-Anschläge und die mehr als 300 Toten.

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Zwei Tage nach der verheerenden Anschlagsserie in Sri Lanka, bei der über 300 Menschen ums Leben gekommen sind, hat sich der sogenannte "Islamische Staat" zu den Bombenanschlägen bekannt.

Das gab die Terrormiliz am Dienstag über ihren Kommunikationskanal "Amaq" per Twitter bekannt. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete zuerst darüber.

Das IS-Sprachrohr "Amaq" schrieb davon, dass die Angreifer, die die Attacken auf "Bürger der Koalition und die christliche Gemeinschaft" durchgeführt haben, Kämpfer des Islamischen Staates gewesen seien.

Mit "Bürgern der Koalition" bezeichnet der IS Staatsbürger von Ländern, die der internationalen Anti-IS-Koalition angehören, die die Terrormiliz in Syrien und im Irak bekämpft.

IS: Weitgehend zurückgeschlagen aber nicht ungefährlich

Die Echtheit der Bekennernachricht ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Sie erfolgte aber über die üblichen Kanäle in den sozialen Netzwerken, in denen der IS auch bereits in der Vergangenheit Anschläge für sich reklamiert hatte.

Der IS gilt in seinem Stammgebiet in Syrien und dem Irak als besiegt. Experten warnen aber weiterhin vor der Gefahr von Anschlägen durch die Extremisten.

Bombenanschläge als Vergeltung für Christchurch

Nach aktuellem Stand der Ermittlungen handelt es sich bei den Anschlägen laut Behördenangaben um eine Vergeltungsaktion für die Attacke auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März.

Das verkündete der Vize-Verteidigungsminister von Sri Lanka, Ruwan Wijewardene, am Dienstag im Parlament.

Bei dem Anschlag in Neuseeland waren insgesamt 50 Menschen von einem mutmaßlich rechtsradikalen Täter getötet worden. (jwo/thp/dpa)

Drei Wochen nach dem Anschlag in Christchurch hat der mutmaßliche Attentäter einen Termin vor Gericht. Der Australier wird per Video zugeschaltet - und sagt nichts. Die Justiz lässt nun untersuchen, ob er überhaupt prozessfähig ist.