Im Zentrum von London rast ein Autofahrer in Fußgänger, attackiert einen Polizisten mit einem Messer. Der Attentäter, ein gebürtiger Brite, war laut Scotland Yard vom "internationalen Terrorismus inspiriert" - und dem Geheimdienst MI5 bekannt. Die britische Polizei meldet Festnahmen. Noch ist unklar, ob und wie sie mit der Tat zusammenhängen.

Was über die Terror-Attacke in London bekannt ist

Mitten im Zentrum von London werden mehrere Menschen verletzt.

Nach dem Terroranschlag von London hat die Polizei sieben Personen festgenommen. Das teilte Scotland Yard am Donnerstag mit. Zuvor seien insgesamt sechs Wohnungen in London, Birmingham und anderen Orten durchsucht worden.

"Wir haben sechs Adressen aufgesucht und sieben Festnahmen gemacht", sagte der Terrorabwehr-Chef von Scotland Yard.

Der Attentäter war am Mittwoch zunächst auf der Westminster-Brücke neben dem Parlament mit einem Auto in Passanten gerast. Drei Menschen starben.

Anschließend erstach der Täter auf dem Parlamentsgelände einen Polizisten. Dessen Kollegen erschossen den Angreifer.

Attentat am Jahrestag der Brüsseler Anschläge

Laut BBC wurde das bei dem Anschlag verwendete Fahrzeug, ein grauer SUV, in Birmingham angemietet. Die mittelenglische Stadt gilt als Hochburg der Islamistenszene in Großbritannien.

Einer der mutmaßlichen Drahtzieher von Brüssel und Paris, Mohamed Abrini, hatte dort gewohnt. Er sitzt seit seiner Festnahme in Belgien im April vergangenen Jahres in Haft.

Der Anschlag in London ereignete sich am Jahrestag der Brüsseler Anschläge vom 22. März 2016 mit 32 Toten.

Theresa May nennt Details zum Attentäter

Scotland Yard erklärte bereits am Mittwochabend, dass die Identität des Attentäters geklärt sei. "Wir gehen davon aus, dass er vom internationalen Terrorismus inspiriert wurde."

Bei ihrer ersten Rede nannte die britische Premierministerin Theresa May nun Details zum Täter. Demnach ist er ein gebürtiger Brite und dem Geheimdienst MI5 bekannt gewesen.

Gegen den Mann sei einst wegen extremistischer Verbindungen ermittelt worden, er sei aber als eine Randfigur eingestuft worden. Das liege aber bereits Jahre zurück. Es habe keine aktuellen Verdachtsmomente gegen den Mann gegeben.

Auch der britische Verteidigungsminister Michael Fallon sagte mittlerweile, dass der Londoner Anschlag "in Verbindung zum islamistischen Terrorismus" steht. Das sagte er laut dem Sender BBC am Donnerstag.

Es soll sich um einen Einzeltäter gehandelt haben. Hunderte Ermittler seien im Einsatz, die sich auf das Motiv, die Vorbereitungen und mögliche Komplizen des Mannes fokussierten.

Scotland Yard sprach bereits nach kurzer Zeit von einem "terroristischen" Angriff und nahm Ermittlungen zu einem möglichen islamistischen Hintergrund auf.

Auf einem Foto der Nachrichtenagentur Press Association war ein bärtiger Mann in schwarzer Kleidung auf einer Krankenwagentrage zu sehen, von dem angenommen wurde, dass er der Attentäter war.

Anschlag nach bekanntem Muster

"Dieser Anschlag passt genau in das Muster der Anschläge, die wir gesehen haben von Nizza und Berlin. Das ist genau die Art von Anschlag, die der IS promoted und anstiften will", sagte der deutsche Terrorismusforscher Peter Neumann der Deutschen Presse-Agentur.

Neumann leitet das internationale Zentrum zur Erforschung von Radikalisierung (ICSR) am King's College in London und berät auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Sachen Deradikalisierung von Islamisten.

Bei den Anschlägen in Nizza und Berlin waren die Täter mit Lastwagen in Menschenmengen gerast.

Der letzte Terroranschlag in London ereignete sich im Juli 2005. Damals hatten vier Muslime mit britischem Pass in der Londoner U-Bahn und einem Bus Sprengsätze gezündet. 56 Menschen starben, etwa 700 wurden verletzt. (cai/dpa/afp)

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