Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich über ihr Sprachrohr "Amak" zu dem Terrorangriff in London bekannt.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Terroranschlag in London für sich reklamiert.

Kämpfer des Islamischen Staates hätten die Tat ausgeführt, teilte das IS-Sprachrohr Amak am Sonntagabend im Internet mit.

Dieses konnte zunächst nicht auf Echtheit überprüft werden. Es wurde aber über für den IS übliche Kanäle und in der üblichen Form verbreitet.

London: Mehrere Nationen betrauern Tote. Viele Verletzte sind Franzosen.

Bei dem Anschlag in London waren am späten Samstagabend sieben Menschen getötet worden. Knapp 50 Menschen wurden verletzt, unter ihnen nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zwei Deutsche.

Die Polizei erschoss die drei mutmaßlichen Attentäter. Details zu den Angreifern gaben die Behörden bislang nicht bekannt.

IS hatte bereits vorherige Anschläge in Großbritannien für sich reklamiert

Es war das dritte Attentat binnen drei Monaten in dem Land - nach Manchester im Mai und wiederum London im März. Damit hat der IS nunmehr alle drei für sich beansprucht.

Nach dem Attentat vom Wochenende kündigte die britische Premierministerin Theresa May eine härtere Gangart im Anti-Terror-Kampf an. "Jetzt reicht's", sagte die Regierungschefin am Sonntag.

Wenige Tage vor der Parlamentswahl stellte sie einen Vier-Punkte-Plan vor, der sich auch gegen den radikalen Islamismus richtet. "Wir können und wir dürfen nicht so tun, als ob alles einfach so weitergehen könnte. Etwas muss sich ändern", sagte May.

"Wir müssen viel stärker daran arbeiten, ihn zu erkennen und ihn aus dem öffentlichen Dienst und der Gesellschaft auszurotten."

Mit dem Begriff "öffentlicher Dienst" spricht May vermutlich das Schulwesen an. Es gebe "viel zuviel Toleranz für Extremismus in unserem Land", sagte sie. Am Donnerstag wählen die Briten ein neues Parlament.

May drang zugleich auf eine bessere Überwachung und Regulierung des Internets und von Messenger-Diensten an.

Extremisten dürften dort keine Rückzugsorte mehr finden. Sie betonte, dafür brauche es internationale Vereinbarungen.

Mahnwache für die Opfer

Im Zusammenhang mit der Tat hielt die Polizei noch elf Menschen fest, sieben Frauen und vier Männer fest. Inwieweit sie in den Anschlag verwickelt waren, blieb zunächst unklar.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan rief für Montag (18:00 Uhr Ortszeit/19:00 Uhr MESZ) zu einer Mahnwache im Potters Fields Park auf, um der Opfer des Anschlags vom Samstag zu gedenken.

Die Grünfläche liegt am Rathaus an der Themse und unweit der London Bridge, auf der die Terrorattacke am Samstagabend begonnen hatte.

Als Zeichen der Solidarität mit London und seinen Bewohnern wurde in Berlin am Sonntagabend das Brandenburger Tor mit dem "Union Jack", der britischen Flagge, angestrahlt.

Das letzte Attentat in Großbritannien liegt gerade einmal zwei Wochen zurück: In Manchester hatte am 22. Mai ein Selbstmordattentäter nach einem Auftritt der US-Sängerin Ariana Grande 22 Menschen mit in den Tod gerissen.

Bei einem Benefizkonzert in der nordenglischen Stadt gedachte Grande am Sonntagabend gemeinsam mit Kollegen wie Miley Cyrus und Justin Bieber sowie 50 000 Zuhörern der Opfer dieses Anschlags.

Zugleich wollten sie ein Zeichen gegen den Terror setzen. Das Konzert stand unter dem Motto "One Love Manchester".