Im Zusammenhang mit dem Terrorangriff von London am Samstagabend werden mehrere Personen festgenommen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière bestätigt derweil, dass auch zwei Deutsche verletzt wurden - einer davon schwer.

Nach der Terrorattacke von London sind zwölf Menschen festgenommen worden. Die Zugriffe seien im Osten der britischen Hauptstadt erfolgt, teilte die Polizei in London am Sonntag mit.

Außerdem seien noch Hausdurchsuchungen im Gange. Zuvor hatte der Nachrichtensender Sky News von Festnahmen berichtet.

Wohnung eines Attentäters durchsucht

Nach Angaben des britischen Nachrichtensenders Sky News durchsuchten Ermittler die Wohnung von einem der Attentäter.

Insgesamt hatte die Polizei drei Täter bei dem Terroranschlag an der London Bridge erschossen. Bei den Attacken auf die London Bridge und den Borough Market hatten die Angreifer am Samstagabend hatten mindestens sieben Menschen getötet.

Auch Deutsche verletzt

Bei dem Terroranschlag hat es auch zwei deutsche Verletzte gegeben. Das sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Sonntag in Dresden. Einer von ihnen habe schwere Verletzungen davongetragen.

"Das ist keine neue Dimension", sagte de Maizière. Es gebe jetzt zwar eine Häufung in Großbritannien, aber Anschläge mit Autos und Lastwagen seien schon aus Nizza, Berlin und auch aus London bekannt.

Sie würden auch "empfohlen", "von dieser Mörderbande, dem sogenannten Islamischen Staat".

Die Terrorgefahr in Deutschland sei unverändert hoch. Einen absoluten Schutz gebe es nicht. "Wichtig ist Vorbeugung, die Täter im Vorfeld zu kennen und abzufangen. Internationale Zusammenarbeit ist dabei extrem wichtig", betonte der Minister. "Wir werden wohl auf lange Zeit mit dem Terror leben müssen. Gewöhnen an ihn werden wir uns nicht."

Zwei Polizisten schwer verletzt

Die Gesamtzahl deutscher Verletzter war zunächst unklar. Ob Österreicher oder Schweizer unter den Opfern sind, war zunächst nicht bekannt.

Unter den Schwerverletzten sind laut aktuellen Angaben der Behörden auch zwei Polizeibeamte. Einem der Betroffenen wurde nach Polizeiangaben ins Gesicht gestochen.

News und Hintergründe zum Terroranschlag in London

Er soll nach Angaben des Nachrichtensenders Sky News am Samstagabend als Erster zum Tatort geeilt sein. Er habe sich dann den drei Attentätern in den Weg gestellt.

Noch hat niemand Anschlag für sich reklamiert

Zu dem jüngsten Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Jedoch verwies die auf dschihadistische Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group darauf, dass Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Anschlag in ihren Foren und Chat-Kanälen feierten und den IS hinter der Tat vermuteten.

Briten wählen wie geplant

Am Donnerstag wählen die Briten ein neues Parlament.

Wegen des Anschlags setzten fast alle Parteien ihren Wahlkampf aus, nur die rechtspopulistische Ukip-Partei schloss sich dem nicht an. International löste das Attentat Bestürzung aus.

Benefizkonzert in Manchester findet statt

Trotz den Ereignissen von London sollte das geplante Benefizkonzert der US-Sängerin Ariana Grande für die Terroropfer von Manchester am Abend stattfinden. Das gab die Polizei der nordenglischen Stadt über den Kurznachrichtendienst Twitter bekannt.

Neben dem Konzert mit riesigem Staraufgebot gebe es noch eine weitere größere Veranstaltung, die ebenfalls stattfinden werde. Für beide Ereignisse werde es zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen geben. (ank/tfr/dpa)