Nach den Terroranschlägen von Paris hat Belgien die Terrorwarnstufe erhöht, U-Bahnen in Brüssel fahren nicht mehr. Indes hat der UN-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf verabschiedet. Mehr zu den aktuellen Entwicklungen im Liveblog.

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Die wichtigsten Informationen im Überblick

  • Öffentliches Leben in Brüssel steht still (16:07 Uhr)
  • Salah Abdeslam soll sich in Belgien verstecken (13:05 Uhr)
  • Mali verhängt Ausnahmezustand (14:47 Uhr)
  • Belgien erhöht Terrorwarnstufe (09:00 Uhr)


16:50 Uhr: Eigentlich wollte das ZDF Kindern in seiner Sendung "Logo" in 90 Sekunden den Terror in Paris erklären, doch der Versuch ging nach hinten los. Nicht nur wird die Rolle von Syrien komplett außer Acht gelassen, auch könnte der Eindruck entstehen, die ehemalige Kolonialmacht Frankreich sei selbst an den Anschlägen schuld.

"Die Franzosen nahmen sich in den Kolonien, was sie brauchen konnten, und die Bevölkerung wurde immer ärmer", heißt es in dem Beitrag. Nach dem Ende der Kolonialzeit hätten viele Menschen versucht, sich in Frankreich ein neues Leben aufzubauen - lebten jedoch heute in Armenvierteln am Rand der Großstädte, seien oft arbeitslos und wütend.

Bis dahin ist die Darstellung drastisch, aber korrekt. Doch dann verkürzt das ZDF die Geschichte auf missverständliche Weise: "Dazu kommt die Erinnerung an das, was die Franzosen früher in den Kolonien Schreckliches gemacht haben. (...) Bei manchen geht die Wut so weit, dass sie im Namen ihrer Religion gewalttätig werden. In keinem anderen Land schließen sich so viele der Terrorgruppe Islamischer Staat an wie in Frankreich."

Das ZDF nahm den Beitrag aus seiner Mediathek und will ihn nun noch einmal überarbeiten.

16:31 Uhr: Mali sucht im Zusammenhang mit der Geiselnahme im Luxushotel Radisson Blu in Bamako nach mindestens drei Komplizen der Täter. Das bestätigte eine Quelle der Nachrichtenagentur AFP.

"Wir können nicht mit Sicherheit sagen, wer hinter dem Anschlag steckt. Unsere Nachforschungen sind in vollem Gang", sagte Minister für Innere Sicherheit, Salif Traore, bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Bamako.

Berichten zufolge bekannten sich zwei mit dem Terrornetz Al-Kaida verbundene Islamistengruppen zu dem Anschlag.

Frankreichs Regierung vermutet hinter dem Terrorangriff den einäugigen Al-Kaida-Veteranen Mokhtar Belmokhtar, der bereits vor Monaten von der libyschen Regierung für tot erklärt worden war und als Anführer des Terrornetzwerks im nördlichen Afrika gilt.



16:02 Uhr: In Brüssel kommt das öffentliche Leben immer mehr zum Erliegen. In der Innenstadt ließen viele große Geschäfte am Mittag die Rollläden herunter, die Einkaufsstraßen leerten sich.

Öffentliche Gebäude, Einkaufszentren und Märkte sollten geschlossen werden, sagte der Ministerpräsident der Brüsseler Hauptstadtregion, Rudi Vervoort. "Ein Risiko von Null gibt es nicht, aber wir können alles tun, was in unserer Macht steht, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten."

Die U-Bahn fährt schon seit dem frühen Morgen nicht mehr und wird bis Sonntagnachmittag um 15:00 Uhr stillstehen. Laut dem Verkehrsbetreiber Stib handelt es sich um eine "Vorsichtsmaßnahme".

15:52 Uhr: Russland schenkt der französischen Polizei einen Welpen: Er soll die am Mittwoch beim Anti-Terror-Einsatz in Saint-Denis erschossene Polizeihündin ersetzen.



Der Schäferhund-Welpe ist nach einem Ritter aus einem russischen Märchen benannt. Der Name Dobrynya symbolisiere Tugenden wie Stärke, Güte, Mut und bedingungslose Unterstützung, sagte der russische Innenminister Wladimir Kolokolzew.



15:36 Uhr: Paris verlängert nach den Terroranschlägen das Demonstrationsverbot bis Ende November. Das teilte die Polizeipräfektur der französischen Hauptstadt am Samstag mit. Die Anordnung für den Großraum Paris auf Basis des von Präsident François Hollande verhängten Ausnahmezustandes gilt nun bis zum 30. November um Mitternacht.

15:20 Uhr: In der belgischen Fußballmeisterschaft ist das für Samstagabend angesetzte Spiel zwischen dem SC Lokeren und RSC Anderlecht abgesagt worden. Das meldet die Tageszeitung "Het Laatste Nieuws". Am Dienstag war schon das Länderspiel zwischen Belgien und Spanien abgesagt worden, das in Brüssel stattfinden hätte sollen.

14:47 Uhr: Neben Frankreich verhängt nun auch Mali den Ausnahmezustand. Er gilt von Freitag an zehn Tage für das gesamte Staatsgebiet, wie die Regierung in der Nacht auf Samstag mitteilte.

Nach der Geiselnahme in einem Luxushotel in Malis Hauptstadt Bamako fahndet die malische Regierung indes nach Komplizen der beiden islamistischen Terroristen, die für den Überfall verantwortlich sein sollen.

Der Einsatz der Spezialkräfte ist nach Angaben des Ministeriums für Innere Sicherheit beendet. Das Gelände um das Hotel bleibe aber abgesperrt, während das Justizministerium versuche, die Leichen zu identifizieren. Bei der Geiselnahme waren 21 Menschen getötet worden, wie Präsident Ibrahim Boubacar Keïta bestätigte.

14:11 Uhr: Die Sicherheitsvorschriften für die Dauer des Ausnahmezustandes für die "Académie de Paris":



13:58 Uhr: Angesichts der Terrorwarnung in Brüssel hat das Auswärtige Amt Reisenden empfohlen, größere Menschenansammlungen in der Region zu meiden.

In einem aktuellen Hinweis zählt die Behörde dazu Konzerte, Großveranstaltungen, Bahnhöfe, Flughäfen, öffentlichen Personennahverkehr und Einkaufszentren.

Es werde auch erhöhte Wachsamkeit empfohlen sowie Weisungen der belgischen Sicherheitskräfte zu befolgen. In dem Hinweis werden die entsprechenden Empfehlungen der belgischen Behörden angeführt.

In Syrien, Afghanistan und Irak baut sich der islamistische Terror eine Schreckensherrschaft auf, in westlichen Ländern tötet er willkürlich. Für das Töten verantwortlich: Die gefährlichsten Dschihadisten der Welt.

13:45 Uhr: Nach dem Anschlag islamistischer Terroristen auf ein Luxushotel im westafrikanischen Mali fahndet die Regierung nach Komplizen.

Man nehme an, dass die beiden Terroristen, die bei dem Anschlag am Freitag ums Leben kamen, nicht allein gehandelt hätten, sagt ein Sprecher des Ministeriums für Innere Sicherheit.

Der Einsatz der Spezialkräfte im Radisson Blu Hotel in der Hauptstadt Bamako sei abgeschlossen. Das Gelände um das Hotel bleibe aber abgesperrt, während das Justizministerium versuche, die Leichen zu identifizieren.

Bei der Geiselnahme seien 21 Menschen - einschließlich der beiden Angreifer - getötet worden, bestätigt Präsident Ibrahim Boubacar Keïta im nationalen Fernsehen.

13:05 Uhr: Der Terrorverdächtige Salah Abdeslam soll sich in Brüssel versteckt halten. Wie ABC News berichtet, plant er seine Flucht nach Syrien. Dies hätten angebliche Freunde dem Sender berichtet.

13:04 Uhr: Sieben der acht beim Anti-Terror-Einsatz in Saint-Denis nördlich von Paris festgenommenen Personen sind wieder auf freiem Fuß. Weiter in Gewahrsam bleibt ein junger Mann, der den Terroristen die Wohnung zur Verfügung gestellt hatte, wie französische Medien unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichten. Seine Freundin sowie sechs Personen, die sich in dem gestürmten Gebäude oder in der Nähe aufgehalten hatten, wurden freigelassen.

12:47 Uhr: Paris verlängert das Demonstration

12:17 Uhr: In Mali gab es offenbar drei Angreifer, wie AFP berichtet.

11:17 Uhr: In Belgien gib es konkrete Hinweise auf einen geplanten Anschlag von Terroristen mit Waffen und Sprengstoff. Das sagt der belgische Premierminister Charles Michel nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga. Diese Informationen über eine unmittelbare Gefahr seien der Grund dafür gewesen, die Terrorwarnstufe für die Hauptstadt Brüssel auf das höchste Niveau vier anzuheben. Die belgische Regierung berät in Brüssel über weitere Sicherheitsmaßnahmen.

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Bereits seit über 15 Jahren kursiert ein Plan innerhalb der internationalen Islamisten -Szene. 2005 wurde er erstmals von einem jordanischen Journalisten niedergeschrieben. In dem Pamphlet steht, wie die Dschihadisten die Weltherrschaft an sich reißen wollen.

11:11 Uhr: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat den Startschuss für das Internationale Deutsche Turnfest 2017 in Berlin gegeben.

In seiner Festrede beim Deutschen Turntag hat Schäuble angesichts der aktuellen Terrorgefahren aber auch darauf hingewiesen, dass beim Turnfest vom 4. bis 10. Juni 2017 zusätzliche Sicherheitsanforderungen an die Organisatoren gestellt werden.

"Grundsätzlich gilt es, mehr zur tun für die Beseitigung der Konflikte", erklärte er.

Das gesamte Spektrum der Sicherheitsmaßnahmen müsse erweitert werden, um dem Terrorismus seine Grundlage zu entziehen. "Auch militärische Antworten gehören dazu", sagt der Finanzminister.

11:08 Uhr: In der Türkei sind drei Verdächtige festgenommen worden, berichtet CNN unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Andalou. Dabei soll es sich im mutmaßliche IS-Kämpfer handeln.

10:24 Uhr: Belgiens Premierminister Charles Michel hat für den Vormittag eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrates einberufen, um über weitere Sicherheitsmaßnahmen zu beraten.

Brüssel ist auch der Sitz der Einrichtungen der Europäischen Union und der Nato.

09:49 Uhr: Zwei Wochen nach dem Waffen- und Sprengstofffund in einem Mietwagen auf der Autobahn A8 nahe Traunstein, verdichten sich die Bezüge zu den Pariser Anschlägen: Offenbar wollte der Fahrer, ein 51-jähriger Montenegriner, einen Parkplatz in einem Pariser Außenbezirk ansteuern, um seine heiße Ware dort einer Kontaktperson zu übergeben.

Das berichtet der "Focus". Die bayerischen Ermittler fanden dem Bericht zufolge bei ihm einen zerknüllten Zettel mit einer Adresse in den Banlieue der französischen Hauptstadt.

09:44 Uhr: Unter den in Mali getöteten Geiseln sollen sich mehrere russische Staatsbürger befinden, meldet AFP. Insgesamt starben am Freitag 21 Menschen bei dem Angriff auf das Luxushotel Radisson Blu in Bamako.

09:00 Uhr: In Belgien haben die Behörden für die Hauptstadtregion Brüssel die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Die U-Bahn bleibt heute in der belgischen Hauptstadt komplett geschlossen, nur Busse und Straßenbahnen fahren. Stufe 4 bedeutet "eine ernste und unmittelbare" Bedrohung, wie das nationale Krisenzentrum in der Nacht mitteilte.

Vorausgegangen sei eine "neue Beurteilung" der Lage. Die Hintergründe sind zunächst unklar.

08:11 Uhr: Der UN-Sicherheitsrat hat sämtliche Mitglieder der Vereinten Nationen aufgefordert, alles Mögliche zur Eindämmung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu tun. Ein am Freitagabend (Ortszeit) einstimmig verabschiedeter Resolutionsentwurf Frankreichs ruft alle dazu fähigen Staaten auf, «in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht und den Menschenrechten ihre Maßnahmen zu verstärken und zu koordinieren, um Terrorakte des IS zu unterbinden». Die Abstimmung fand genau eine Woche nach der verheerenden Terrorserie in Paris statt.

07:30 Uhr: US-Präsident Barack Obama hat den Terroranschlag in Mali verurteilt und den Angehörigen der Opfer sein Beileid ausgesprochen. "Die Grausamkeit festigt nur unsere Entschlossenheit, diese Herausforderung anzunehmen", sagt Obama in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur am Rande des Gipfeltreffens der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean).


06:50 Uhr: Urheber des Terrorangriffs auf das Luxushotel in Mali soll nach Erkenntnissen der französischen Regierung der vor Monaten für tot erklärte Islamist Mokhtar Belmokhtar gewesen sein. Dieser habe die blutig beendete Geiselnahme in der malischen Hauptstadt Bamako sehr wahrscheinlich organisiert, sagte Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian.

Im Juni hatte die libysche Regierung mitgeteilt, dass Belmokhtar bei einem gezielten US-Luftangriff im Osten Libyens getötet worden sei - was vom Terrornetzwerk Al-Kaida später bestritten wurde.

Der einäugige Al-Kaida-Veteran gilt als Anführer der Terrorgruppe im nördlichen Afrika.

06:23 Uhr: Eine Woche nach den Anschlägen von Paris ist ein weiterer Attentäter identifiziert.

Die Fingerabdrücke des Terroristen, der sich am Eingang H des Fußball-Stadions Stade de France um 21:30 Uhr in die Luft gesprengt hatte, entsprechen denen eines Mannes, der am 3.Oktober in Griechenland erfasst wurde, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Bei dieser Kontrolle in Griechenland sei auch ein zweiter Attentäter registriert worden, der sich um 21:20 Uhr am Eingang D des Stadions mit einem Sprengstoffgürtel umgebracht hatte.

06:00 Uhr: Nach dem Anschlag islamistischer Terroristen auf ein Luxushotel im westafrikanischen Mali hat die Regierung des Landes den Ausnahmezustand verhängt. Er gilt von Freitag an zehn Tage lang für das gesamte Staatsgebiet, wie die malische Präsidentschaft mitteilt. Am Montag soll zudem eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen werden.

Alle Entwicklungen vom Freitag finden Sie hier.

Mit Material der dpa/AFP