Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat angekündigt, die von Kurden gehaltene syrische Stadt Afrin demnächst unter militärische Belagerung zu stellen. Das berichten unter anderem die "Welt" und "n-tv" online unter Berufung auf die französische Nachrichtenagentur afp. Nun könnte auch das Assad-Regime zugunsten der Kurden in die Kämpfe um Afrin eingreifen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte vor seiner Fraktion in Ankara: "In den kommenden Tagen und sehr viel schneller wird die Belagerung des Stadtzentrums von Afrin beginnen."

"Auf diese Weise wird die Hilfe von außen blockiert und die Terrororganisation wird nicht mehr die Möglichkeit haben, mit jemandem einen Handel einzugehen", erklärte der türkische Präsident.

Die türkische Armee ist nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte allerdings noch mehr als 17 Kilometer von der Stadt Afrin entfernt. Das türkische Militär hatte die Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordwestsyrien vor einem Monat begonnen.

Türkei warnt Assad-Regime

Am Montag hatte die Türkei die syrische Regierung vor einer Unterstützung der Kurdenmiliz YPG gegen die türkischen Streitkräfte im Norden des Bürgerkriegslandes gewarnt.

"Wenn das Regime eindringt, um die YPG zu schützen oder ihren Schutz zu gewährleisten, dann kann niemand uns, die Türkei und die türkischen Soldaten stoppen", sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu in Jordanien.

Sollten Syriens Truppen die Region dagegen von der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und der YPG "säubern", sei das unproblematisch.

Syrien verhandelt über YPG-Unterstützung

Die YPG und Syriens Regierung verhandeln unter Vermittlung Russlands über die Entsendung regierungstreuer Kräfte in die von Kurden kontrollierte Region Afrin.

Syriens staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete am Montagmorgen, die Regierungskämpfer würden die Region innerhalb weniger Stunden erreichen.

Der Ex-Vorsitzende der syrischen Kurdenpartei PYD, Salih Muslim, sagte jedoch in Berlin, es sei noch keine Einigung erzielt worden. Die PYD ist eng mit der YPG verbunden.

Türkische Truppen und syrische Verbündete hatten vor einem Monat eine Offensive auf Afrin begonnen. Das Gebiet wird von der YPG beherrscht. Die Türkei sieht in der Miliz den syrischen Ableger der PKK und bekämpft sie.

In dem Bürgerkrieg steht Ankara an der Seite der Rebellen. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte Syriens Machthaber Baschar al-Assad im Januar als "Mörder" bezeichnet. (cai/ms/dpa)