Der Waffenstillstand für die Region um Daraa im Süden Syriens zeigt Wirkung: Mehr als 200.000 Flüchtlinge sind inzwischen in ihre Heimatorte zurückgekehrt.

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Nach dem Abkommen für den umkämpften Süden des Bürgerkriegslandes Syrien sind Aktivisten zufolge weitere Zehntausende Flüchtlinge zurückgekehrt.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, mehr als 200.000 Menschen seien wieder in ihren Heimatorten. Angaben der Vereinten Nationen gab es dazu am Montag zunächst nicht.

Durch die Kämpfe und heftige Luftangriffe auf die von Rebellen kontrollierte Region um die Stadt Daraa waren zuvor den UN zufolge rund 320.000 Menschen vertrieben worden.

Nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter halten sich an der Grenze zum Nachbarland Jordanien nur noch wenige Flüchtlinge auf.

Auch ein Aktivist mit dem Namen Ahmed Ihsan meldete aus dem syrischen Grenzort Nasib, in der Region seien nur noch rund 500 Vertriebene geblieben. Sie wollten aus Angst vor dem syrischen Regime ins Nachbarland. Jordanien hat die Grenze jedoch geschlossen.

Regierungstruppen kontrollieren größten Teil der Grenze

Unklar ist, wie viele Flüchtlinge sich noch an der Grenze zu den von Israel besetzten Golanhöhen aufhalten. Dort hatten nach UN-Angaben aus der vergangenen Woche fast 190.000 Menschen Zuflucht gesucht.

Die Rebellen und russischen Vermittler hatten sich am Freitag auf einen Waffenstillstand für die Region um die Stadt Daraa geeinigt. Teil des Abkommens ist nach Rebellenangaben auch die Übergabe schwerer Waffen.

Die syrische Armee übernahm am Montag weitere Gebiete an der Grenze zu Jordanien, wie Staatsmedien und die Menschenrechtler meldeten. Die Regierungskräfte kontrollieren damit das erste Mal seit rund fünf Jahren den größten Teil der Grenzlinie.

Die Stadt Daraa gilt als Wiege des Aufstands gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad. Regierungsgegner kontrollieren dort jetzt nur noch eine Region westlich der Stadt, die an die Golanhöhen grenzt. Sie ist eines der letzten Rebellengebiete des Landes.  © dpa

Deutschland beteiligt sich nicht am Einsatz in Syrien und beschränkt sich auch sonst auf logistische und humanitäre Maßnahmen. Könnte die Rolle als globalpolitischer Vermittler die generelle Aufgabe Deutschlands in der Welt sein?