Zwei Stadtteile von Aleppo sind am Samstagabend nach Angaben syrischer Staatsmedien mit Giftgas-Granaten beschossen worden. Rund hundert Syrer mussten mit Atemnot in Krankenhäuser gebracht worden.

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Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete "107 Fälle von Atembeschwerden" nach einem angeblichen Rebellenangriff auf die Stadt Aleppo am Samstag. Verantwortlich für den Angriff seien terroristische Gruppen.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, 94 Menschen seien in Krankenhäuser gebracht worden, mit Ausnahme von 31 Fällen wieder entlassen worden. Die verbliebenen Menschen befinden sich demnach nicht in Lebensgefahr.

Ein AFP-Fotograf berichtete von dutzenden Zivilisten mit Atemschwierigkeiten in einem Krankenhaus in Aleppo. Hauptsächlich habe es sich um Frauen und Kinder gehandelt, die mit Sauerstoffmasken versorgt worden seien.

Syrische Regierung spricht von Chlorgas

"Terroristische Gruppen haben die Wohnviertel der Stadt mit Giftgas-Raketen ins Visier genommen", zitierte Sana den Polizeichef von Aleppo, Essam al-Tschili.

Es habe sich dabei wahrscheinlich um Chlorgas gehandelt, meldeten die Staatsmedien unter Berufung auf die Regierung.

Die Nationale Befreiungsfront, wichtigstes Rebellenbündnis in den Provinzen Aleppo und Idlib, wies die Anschuldigungen in einer Stellungnahme vehement zurück.

Seit Dezember 2016 kontrollieren syrische Regierungstruppen Aleppo, nachdem sie die Rebellen vertrieben hatten. Die Stadt war seit Sommer 2012 umkämpft, große Teile wurden zerstört. Mittlerweile sind viele der geflüchteten Bewohner zurückgekehrt. (jwo/AFP/dpa)  © AFP

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