Wladimir Putin ist nach Ankara gereist. Dort wohnte er der Eröffnung eines Atomkraftwerkes bei und traf sich mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan zu Gesprächen. Am Mittwoch steht der Syrien-Gipfel mit dem iranischen Staatsoberhaupt Hassan Rohani bevor.

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Der russische Staatspräsident Wladimir Putin ist am Dienstag zu Gesprächen mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan in Ankara eingetroffen.

Gemeinsam schalteten sich die beiden Präsidenten per Videoübertragung live zur Eröffnung des ersten türkisch-russischen Atomkraftwerkes hinzu.

Erstes türkisches Atomkraftwerk

Das Atomkraftwerk Akkuyu wird an der Mittelmeerküste in der südtürkischen Provinz Mersin errichtet. Federführend beim Bau ist der staatliche russische Konzern Rosatom. Die Baukosten für das AKW Akkuyu werden auf 20 Milliarden Dollar (16,2 Milliarden Euro) geschätzt.

Der türkische Staatspräsident bezeichnete das türkisch-russische Projekt als "historischen" Moment in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern.

Lobende Worte für "saubere Energiequelle"

Außerdem bezeichnete Erdogan die Atomkraft als "saubere Energiequelle" und fügte hinzu: "Dieses Kraftwerk wird zu unserer Energiesicherheit beitragen und gleichzeitig eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielen."

Auch Putin fand lobende Worte für den Bau von Akkuyu: "Heute wohnen wir nicht nur dem Bau des ersten türkischen Atomkraftwerkes bei, sondern wir schaffen auch die Grundlage für die Atomindustrie in der Türkei. Wir gründen eine neue Branche."

Vor dem Parlament protestierte derweil eine Gruppe Atomkraftgegner. Umweltschützer sehen den Bau vor allem wegen der hohen Erdbebengefahr in der Region sehr kritisch.

Syrien-Gipfel mit dem Iran

Im Anschluss an die Eröffnung des Atomkraftwerkes Akkuyu, geht es für die beiden Staatspräsidenten am Mittwoch auf den Syrien-Gipfel in Ankara. An diesem nimmt dann auch der iranische Präsident Hassan Rohani teil.

Erdogan, Putin und Rohani wollen darüber beraten, wie der dort seit 2011 anhaltende Bürgerkrieg beendet werden kann. Aus dem Land sind gut fünf Millionen Menschen geflohen, rund sechs Millionen sind innerhalb Syriens auf der Flucht. Rund 500.000 Menschen wurden getötet.

Russland und der Iran unterstützen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, die Türkei dagegen die Opposition. Die drei Staaten sind die Garantiemächte im sogenannten Astana-Prozess. Bei den Verhandlungen in der kasachischen Hauptstadt Astana geht es vor allem um Waffenruhen in Syrien © dpa