Im Rennen um die Nachfolge der schottischen Regierungschefin Nicola Sturgeon haben alle Kandidaten eine Unabhängigkeit von Großbritannien innerhalb von fünf Jahren versprochen. Schottland "kann und wird" bis 2028 unabhängig sein, sagte Gesundheitsminister Humza Yousaf am Dienstagabend bei einer BBC-Debatte der drei Bewerber.

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Der 37-Jährige zeigte sich zuversichtlich, für eine Mehrheit sorgen zu können. Finanzministerin Kate Forbes will die Nachteile der Abhängigkeit von London betonen. Die Entscheidungen würden fernab von Schottland getroffen, sagte die 32-Jährige. Auch die Abgeordnete Ash Regan (49) versicherte ihre Unterstützung für eine Abspaltung. Sie will abwarten, bis eine klare Mehrheit der Schotten hinter dem Plan steht und dann diesen Rückenwind nutzen.

Sturgeon hatte vor einem Monat überraschend ihren Abschied als "First Minister" sowie Chefin der Schottischen Nationalpartei (SNP) angekündigt. Die SNP-Mitglieder können bis zum 27. März über Sturgeons Nachfolge abstimmen.

Die scheidende Regierungschefin gilt als führende Persönlichkeit der schottischen Unabhängigkeitsbewegung. Seit ihrer Ankündigung hat in Umfragen die Zahl der Befürworter einer Loslösung von Großbritannien abgenommen. Die Hürden für eine Unabhängigkeit sind zudem hoch. Wie das britische oberste Gericht im Dezember entschieden hatte, muss die Regierung in London einem neuen Referendum zustimmen. Premierminister Rishi Sunak lehnt eine weitere Volksbefragung aber klar ab. Damit ist derzeit völlig unklar, wie die SNP ihr Ziel erreichen will.  © dpa

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