Österreichs Ex-Kanzler und nunmehriger Oppositionsführer Christian Kern steht vor dem Rücktritt: Seine Partei bestätigte entsprechende Medienberichte.

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SPÖ-Chef Christian Kern will seine Ämter niederlegen und sich aus der Politik zurückziehen. Eine offizielle Bestätigung von Parteiseite für den Rückzug des SPÖ-Vorsitzenden gibt es noch nicht.

Aus Parteikreisen war lediglich zu hören, dass der Rückzug Kerns fix sei. Zuvor hatten "Die Presse" und der "Standard" darüber berichtet.

Dienstagabend soll Kern demnach bei einem Treffen der roten Landesparteichefs seinen Ausstieg aus der Politik bekannt geben.

Kern hätte sich im Oktober Wiederwahl stellen müssen

Wer sein Nachfolger werde, sei noch unklar. Aus der burgenländischen SPÖ erfuhr der "Standard", dass Hans-Peter Doskozil - designierter Nachfolger von Landeshauptmann Hans Niessl - nicht für die Bundespartei zur Verfügung stehe. Er wolle im Burgenland bleiben.

Als mögliche Nachfolger werden in der SPÖ die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures, Gesundheitssprecherin Pamela Rendi-Wagner und der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser gehandelt.

Kaiser hat allerdings keine Ambitionen auf das Amt des Parteichefs: "Ich kandidiere am Bundesparteitag sicher nicht für diese Funktion", sagte Kaiser am Dienstagnachmittag der APA. "Ich kann ja auch nicht meine Kandidatur beim Landesparteitag im kommenden Frühjahr jetzt wieder zurückziehen." Es sei zudem auch noch gar nicht bestätigt, dass Kern als Parteichef tatsächlich zurücktrete, so Kaiser.

Ex-ÖBB-Manager Christian Kern hatte die SPÖ-Parteiführung im Mai 2016 nach dem Rücktritt von Werner Faymann übernommen und wurde auch Bundeskanzler. Nach der Niederlage bei der Nationalratswahl im Oktober 2017 übergab Kern das Kanzleramt an ÖVP-Chef Sebastian Kurz.

Am 6. Oktober hätte beim SPÖ-Parteitag die Wiederwahl des Oppositionsführers als Parteichef angestanden. Darauf hatte zuletzt alles hingedeutet: Kern hatte sich erst vergangene Woche von den Parteigremien als einziger Kandidat für den Vorsitz designieren lassen. Auch in diversen Interviews hatte er verlautbart, dass er sich der Wahl stellen würde.

Mit Kern geht der letzte der bei der vergangenen Nationalratswahl angetretenen Spitzenkandidaten der Oppositionsparteien. NEOS-Chef hatte zuletzt an Beate Meinl-Reisinger übergeben, bei der Liste Pilz zog sich Peter Pilz zwischenzeitlich zurück und bei den Grünen übernahm nach dem Rauswurf aus dem Parlament Werner Kogler von Ingrid Felipe. (ank)

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