Nach der Abschiebung eines führenden Mitglieds eines kriminellen Clans aus Bremen, betont der Berliner Innensenator Andreas Geisel, im Kampf gegen diese Banden nicht nachzulassen. Die Kooperation der Innenminister zeige Wirkung.

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Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat die Abschiebung eines führenden Mitglieds eines arabischstämmigen Clans aus Bremen begrüßt.

Geisel sprach am Donnerstag von einem "erfolgreichen Schlag gegen die Clankriminalität in Bremen" und betonte: "Dies zeigt auch, dass die Verabredungen auf der Innenministerkonferenz in Kiel im letzten Monat erste Wirkungen entfalten - insbesondere was die bundesweite Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Behörden angeht."

Andreas Geisel: "Den Druck auf Clans hochhalten"

Auch in Berlin werde man den eingeschlagenen Weg konsequent weiter gehen und "den Druck auf die organisierte Kriminalität hochhalten", teilte Geisel mit. "Auch wenn der Weg lang ist: Unsere Sicherheitsbehörden werden diesen Personen weiterhin auf den Füßen stehen. Da wo es möglich ist, kommen auch Abschiebungen in Betracht."

Geisel hatte am Rand der Innenministerkonferenz im Juni gesagt, dass er versuchen wolle, einzelne Kriminelle in den Libanon abzuschieben. Er habe mit den libanesischen Behörden in Beirut darüber gesprochen, "welche Möglichkeit besteht, Aufenthaltsbeendigung umzusetzen".

Clan-Chef aus dem Bett und aus dem Land geworfen

Im aktuellen Fall war der 46-jährige Mann, einer der führenden Köpfe des libanesischen Miri-Clans, in der Nacht zu Mittwoch von der Polizei zu Hause abgeholt und in den Libanon geflogen worden.

"Die besagte Person war ausreisepflichtig und wurde abgeschoben", sagte eine Sprecherin der Bremer Innenbehörde. Nach Zeitungsberichten sollen Polizei und Staatsanwaltschaften in Bremen, Berlin und auf Bundesebene zusammengearbeitet haben.

Dem vor allem in Bremen ansässigen Miri-Clan wird in unterschiedlichsten Bereichen organisierte Kriminalität vorgeworfen. (hau/dpa)

Teaserbild: © Paul Zinken/dpa