Die SPD-Krise hat sich nach dem desaströsen Ergebnis der Landtagswahl in Bayern weiter verschärft. Nun will sich die Partei auf Bundesebene mit ihrer eigenen Zukunft in der großen Koalition auseinandersetzen.

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Die SPD-Spitze will bei einer Klausur von Präsidium und Vorstand Anfang November das weitere Vorgehen in der großen Koalition besprechen. Wie Generalsekretär Lars Klingbeil am Montag nach einer Vorstandssitzung mitteilte, will man sich am 4. und 5. November zu umfassenden Beratungen treffen, auch um die Ergebnisse der Landtagswahlen in Bayern und Hessen (28. Oktober) zu beraten.

Auch die CDU-Führung wird sich an diesen beiden Tagen zu einer Vorstandsklausur treffen.

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Es habe in Bayern "alles andere als Rückenwind aus Berlin" gegeben, sagte Klingbeil mit Blick auf den Absturz der SPD auf 9,7 Prozent, was nur noch Platz fünf hinter CSU, Grünen, Freien Wählern und AfD bedeutet. Zuletzt habe in der großen Koalition ein Ausnahmezustand geherrscht, befeuert durch einen Richtungsstreit zwischen CDU und CSU etwa in der Asylpolitik. Man müsse dringend darüber reden, wie die Art und Weise der Regierungsarbeit besser werden kann.

"Es muss Schluss sein mit Egoismen einzelner, die wir zuletzt erlebt haben", sagte Klingbeil. Aber die SPD müsse in der Koalition auch erkennbarer, mutiger sein. "Es geht um die Frage, wie sieht der Sozialstaat der Zukunft aus." Weiteres großes Thema sei der Wandel der Arbeitswelt durch Digitalisierung. Um beim Erneuerungsprozess voranzukommen, ist am 10./11. November ein großes Debattencamp der SPD in Berlin geplant. (dpa/ska)