Berühmte Giftanschläge der Vergangenheit

Mit Sergej Skripal wurde vermutlich ein russischer Ex-Spion vergiftet. In der Vergangenheit schlugen russische Attentäter immer wieder zu, um Überläufer, Gegner und Kritiker auszuschalten. Auch Gift kam dabei wiederholt zum Einsatz. Ein Rückblick auf die aufsehenerregendsten Fälle.

Der Ex-Geheimdienstoberst Sergej Skripal wurde 2006 in Russland wegen Spionage für Großbritannien zu 13 Jahren Haft verurteilt. Im Juli 2010 von Dmitrij Medwedew begnadigt, erhielt Skripal im Zuge eines Gefangenenaustauschs Asyl in Großbritannien.
Im englischen Salisbury wurden der russische Ex-Spion und eine Begleiterin am vergangenen Wochenende bewusstlos auf einer Parkbank aufgefunden. Die Polizei geht von einer Vergiftung aus und spricht von einem "schweren Vorfall".
Giftvorfälle im Zusammenhang mit sowjetischen und russischen Geheimdiensten hat es in der Vergangenheit bereits einige gegeben. Beispielsweise sollte Nikolaj Chochlow 1954 den sowjetischen Exilpolitiker Georgi Okolowitsch ermorden. Stattdessen lief er aber zu den Amerikanern über.
Als Waffe war eine Giftgas-Zigarettenschachtel vorgesehen. Drei Jahre später wurde der übergelaufene KGB-Hauptmann Chochlow mit dem Gift Thallium ermordet.
Der ukrainische Nationalist Stepan Bandera wurde 1959 im deutschen Exil in München durch den KGB-Mann Bogdan Staschinski mit Blausäure vergiftet. Bereits zwei Jahre zuvor hatte Staschinski dort den Oppositionellen Lew Rebet ermordet.
In beiden Fällen kam eine speziell konstruierte Gaspistole zum Einsatz. Sie funktioniert wie ein Zerstäuber. Staschinski sprayte seinen Opfern Blausäuregas ins Gesicht, wodurch diese erstickten. 1961 lief Staschinski über und präsentierte die im Münchener Eisbach versenkte Mordwaffe.
Der Exil-Bulgare und Journalist Georgi Markow wurde 1978 Opfer eines als "Regenschirm-Mord" bekannt gewordenen Giftanschlags. Tatwaffe war ein Regenschirm, durch den eine mit dem Gift Rizin imprägnierte Kugel in seine rechte Wade geschossen wurde. Vier Tage später war Markow tot.
Das wohl prominenteste Giftopfer war der 2004 durch Dioxin vergiftete spätere ukrainische Ministerpräsident Wiktor Juschtschenko. Der durch die "Orange Revolution" bekannt gewordene Politiker sah den russischen Staat als Drahtzieher des Mordanschlags.
Kaum ein anderer Fall hat die Öffentlichkeit so gefesselt wie der von Alexander Litwinenko (rechts), der in London 2006 mit dem radioaktiven Stoff Polonium-210 vergiftet wurde. Britische Untersuchungsberichte machten den russischen Geheimdienst FSB für den Mord verantwortlich.
Neue Themen
Top Themen