Die schwedische Regierung hat den Angriff auf die eigene Botschaft im Irak verurteilt und scharfe Kritik an den Behörden vor Ort geübt. Um 2.00 Uhr (Ortszeit) in der Nacht hätten gewalttätige Demonstranten die schwedische Botschaft in Bagdad gestürmt, die Botschaftskanzlei sei dabei eingenommen, verwüstet und in Brand gesteckt worden, erklärte Außenminister Tobias Billström am Donnerstagmorgen. Vor weniger als einem Monat sei ein ähnlicher Vorfall in Bagdad passiert.

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"Das, was passiert ist, ist völlig inakzeptabel und die Regierung verurteilt diese Angriffe aufs Schärfste." Die Regierung stehe im Kontakt mit hochrangigen irakischen Vertretern, um ihre Bestürzung zum Ausdruck zu bringen. Aus demselben Zweck werde der Geschäftsträger des Iraks - der höchste Diplomat des Landes in Schweden - in Stockholm ins Außenministerium bestellt.

Gleichzeitig kritisierte der Minister die irakischen Behörden für den mangelnden Schutz der Botschaft. Die Behörden hätten eine eindeutige Verpflichtung, diplomatische Vertretungen und diplomatisches Personal zu schützen, aber es sei offensichtlich, dass sie dieser Verantwortung nicht nachgekommen seien. Die Botschaftsmitarbeiter hätten sich glücklicherweise in Sicherheit bringen können.

Nach Ankündigung einer weiteren geplanten Koranverbrennung in Stockholm hatten Demonstranten die schwedische Botschaft in Bagdad vorübergehend gestürmt und dort Feuer gelegt.  © dpa

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