In Deutschland lebten im vergangenen Jahr mehr Schutzsuchende als 2016, vermeldet das Statistische Bundesamt am Freitag. Insgesamt waren im Jahr 2017 somit 1,7 Millionen Menschen aus dieser Kategorie im Ausländerzentralregister eingetragen. Dies bedeutet einen Anstieg um fünf Prozent.

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Die Zahl der schutzsuchenden Ausländer in Deutschland ist im vergangenen Jahr gestiegen. Ende 2017 waren 1,7 Millionen Schutzsuchende im Ausländerzentralregister (AZR) registriert, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Demnach stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um rund fünf Prozent.

Mehr "Schutzsuchende", weniger Asylbewerber

"Schutzsuchende" ist ein Überbegriff für Menschen mit verschiedenem Status. Die Zahl der Asylbewerber sank zwischen Ende 2016 und Ende 2017 um 39 Prozent; die Zahl der anerkannten Schutzsuchenden stieg hingegen um 33 Prozent.

Die Methodik des Statistischen Bundesamts unterscheidet sich von der Asylstatistik des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) sowohl hinsichtlich der gewählten Stichtage als auch hinsichtlich der Erfassung der jeweiligen Aufenthaltstitel der Betroffenen.

Laut der Statistik-Behörde wurden 53 Prozent der 2017 erfassten Schutzsuchenden 2015 und 2016 erstmals registriert.

Bei insgesamt 349.000 Menschen war Ende 2017 über den Asylantrag noch nicht rechtskräftig entschieden. Das waren 226.000 weniger als Ende 2016. Der Anteil derjenigen mit ungeklärtem Status an allen Schutzsuchenden ging damit von 36 Prozent auf 21 Prozent zurück.

Ende 2017 stammten die meisten Betroffenen aus Afghanistan (84.000), Irak (38.000) und Syrien (28.000). Den größten Zuwachs an Schutzsuchenden mit offenem Schutzstatus verzeichneten die Statistiker bei türkischen Staatsangehörigen, deren Zahl von 7500 auf rund 10.400 stieg.

Mit humanitärem Aufenthaltstitel anerkannt

Rund 1,2 Millionen Schutzsuchende verfügten Ende 2017 über einen anerkannten Schutzstatus und damit über einen humanitären Aufenthaltstitel.

Das waren laut Statistischem Bundesamt 287.000 mehr als im Vorjahr. Ihr Anteil an allen Schutzsuchenden stieg von 54 Prozent auf 69 Prozent.

Davon kamen 61 Prozent aus Syrien (476.000), Irak (127.000) oder Afghanistan (105.000). Bei 77 Prozent dieser Schutzsuchenden war der Schutzstatus zeitlich befristet (77 Prozent). Zugleich nahm der Anteil der lediglich subsidiär Schutzberechtigten zu.

178.000 Schutzsuchende hielten sich nach einem negativen Bescheid im Asylverfahren in Deutschland auf. Ihr Anteil stieg leicht um einen Punkt auf elf Prozent.

Bei der großen Mehrheit von ihnen (78 Prozent) war die Abschiebung durch eine Duldung vorübergehend ausgesetzt.

Die meisten abgelehnten Schutzsuchenden kamen aus Afghanistan (16.000), Serbien (14.000) und Albanien (12.000). Deutlich gestiegen war den Angaben zufolge aber auch die Zahl der abgelehnten Schutzsuchenden aus westafrikanischen Staaten. (afp/dpa/mwo)  © dpa

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