Im Osten Deutschlands tuen sich die Grünen seit jeher schwer. Dass seine Partei und er selbst daran nicht ganz unschuldig sind, hat der Vorsitzende Robert Habeck nun öffentlich eingestanden.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck hat ein früheres Desinteresse am Zusammenwachsen Deutschlands und besonderen Problemen im Osten eingeräumt.

"Für mich muss ich mit großer Selbstkritik zugeben: Als Westdeutscher habe ich mich viele Jahre nicht für das Zusammenwachsen Deutschlands und die besonderen Probleme im Osten interessiert", sagte Habeck der "Freien Presse". Er fügte an: "Begriffe wie Heimat und Deutschland waren für Menschen mit meiner Sozialisation und auch für eine linksprogressive Partei wie die Grünen lange Zeit schwierig."

Einsicht kommt im Jahr der Ost-Wahlen

Zudem habe es "eine stark konsumkritische Haltung" in seiner Partei gegeben, "Lebenszufriedenheit mit materiellem Wohlstand gleichzusetzen, war lange verpönt".

Viele Menschen im Osten hätten diese Haltung der Grünen nicht nachvollziehen können. Dies sei mit ein Grund für die jahrelange strukturellen Schwäche seiner Partei in Ostdeutschland. In Sachsen, Brandenburg und Thüringen werden im Herbst neue Landtage gewählt. (dpa/mcf)

Sachsen Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) hat mit "Integriert doch erst mal uns" eine Streitschrift für den Osten verfasst. Ihre These: Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall würden sich viele Menschen in den neuen Bundesländern nicht als vollwertiger Teil der Gesellschaft fühlen. Aus ihrem Frust erwachse die Sympathie für rechte Parteien. Im Interview fordert sie: Wir müssen reden - und handeln.