Papst Franziskus hat die Verbrennung eines Koran-Exemplars in Schweden verurteilt und seine "Wut und Abscheu" über die Aktion zum Ausdruck gebracht.

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"Ich bin wütend und angewidert von diesen Handlungen", sagte er der emiratischen Zeitung "Al-Ittihad" in einem am Montag veröffentlichten Interview. "Jedes als heilig angesehene Buch muss respektiert werden aus Respekt für diejenigen, die daran glauben", sagte er. Die Meinungsfreiheit dürfe niemals als Entschuldigung genutzt werden, um "andere zu verachten".

Bei einer Demonstration in Stockholm war am Mittwoch erstmals seit Monaten wieder ein Koran angezündet worden. Ein Mann steckte ein Exemplar der heiligen Schrift des Islams vor der Stockholmer Moschee im Viertel Södermalm an. Die Polizei hatte den Protest zuvor bewilligt, nachdem andere Aktionen dieser Art im Februar untersagt worden waren. Schwedische Gerichte hatten jedoch geurteilt, dass die Polizei nicht das Recht habe, die Erlaubnis zu Koranverbrennungen zu verweigern. Im Islam gelten mutwillige Koranschändungen als blasphemisch. In vielen islamischen Ländern drohen dafür Strafen.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), wo rund 10 Millionen Menschen leben, ist der Islam Staatsreligion. Rund drei Viertel der Bevölkerung sind Muslime. Franziskus hatte die Emirate 2019 als erster Papst überhaupt besucht und dort an einem interreligiösen Treffen teilgenommen.

Die arabischen Staaten hatten die Koran-Verbrennung scharf kritisiert. Im Irak kam es zu umfangreichen Protesten. Saudi-Arabien erklärte am Sonntag, den schwedischen Botschafter in Riad einbestellt zu haben. Dabei habe Saudi-Arabien seine "kategorische Ablehnung der beschämenden Tat eines Extremisten" zum Ausdruck gebracht. Schweden müsse alle Handlungen stoppen, die internationale Bemühungen zur Verbreitung von Werten wie Toleranz und Mäßigung untergraben würden.  © dpa

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