Papst Franziskus hat Tausende Flüchtlinge getroffen, die in den vergangenen Jahren über humanitäre Korridore aus Kriegs- und Krisengebieten gerettet wurden. Das Oberhaupt der katholischen Kirche sagte bei der Begegnung am Samstag in der großen Audienzhalle des Vatikans, dass solche Wege dringend nötig seien, damit Menschen nicht auf gefährlichen Routen wie über das Mittelmeer fliehen müssten. "Das Mittelmeer hat sich in einen Friedhof verwandelt, ist das nicht erschreckend?", sagte er. "Die humanitären Korridore dienen der Sicherung des Lebens, der Rettung, dann der Würde, der Integration."
Flucht vor den Bomben
Rund 7.000 Menschen waren der Einladung des Papstes in den Vatikan gefolgt. Unter ihnen waren Flüchtlinge sowie Menschen, die diese bei sich aufgenommen hatten, und Vertreter von Hilfsorganisationen.
Migranten berichteten von ihrer Flucht, etwa aus Libyen, Syrien, Afghanistan, Somalia oder dem Jemen. "Wir haben Nachbarn und Freunde sterben sehen, die Bomben fielen vom Himmel wie Regen", erzählte Anna Jabbour, die aus Aleppo stammt. Sie floh mit ihrer Familien zuerst in den Libanon und dann Ende 2020 nach Italien. Dort sei ihr die Hoffnung zurückgegeben worden "nach dem Dunkel des Krieges".
Humanitäre Korridore als wichtiger Weg
Seit Jahren organisieren vor allem religiöse Organisationen wie die Gemeinschaft von Sant'Egidio humanitäre Korridore. Nach Angaben des Heiligen Stuhls kamen von Februar 2016 bis heute gut 6.000 Menschen so nach Europa. Mehr als 5.200 wurden in Italien aufgenommen, 770 in Frankreich, Belgien und Andorra. Über ein Austauschprogramm kamen nun von jenen Migranten auch welche nach Deutschland, wie es hieß.