Die Gründer und Eigentümer der Kanzlei Mossack Fonseca sind festgenommen worden. Den Anwälten wird laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vorgeworfen, in den derzeit größten Betrugsskandal Lateinamerikas verwickelt zu sein.

Die Gründer der Kanzlei Mossack Fonseca sind laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" festgenommen und bereits vernommen worden. Panamas Generalstaatsanwältin Kenia Porcell habe die Festnahme mitgeteilt, berichtete das Poprtal "La Prensa".

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem historischen Datenleck.

Jürgen Mossack und sein panamaischer Kollege Ramón Fonseca sollen in den derzeit größten Schmiergeldskandal Lateinamerikas verwickelt sein.

Die Festnahme sei am Donnerstag (Ortszeit) erfolgt - aber nicht wegen der Gründung Zehntausender Briefkastenfirmen, um Steuerschlupflöcher auszunutzen. Die Ermittler werfen den Eigentümern der Offshore-Kanzlei vor, dabei geholfen haben, Geld zweifelhafter Herkunft zu verstecken.

Baukonzern Odebrecht soll Schmiergeld in Milliardenhöhe bezahlt haben

In dem so genannten Lava-Jato-Skandal soll der brasilianische Baukonzern Odebrecht jahrelang Politiker und Funktionäre geschmiert haben, um öffentliche Aufträge zu erhalten. Dabei seien systematisch Schmiergeldzahlungen in Milliardenhöhe geflossen.

Im Zuge des Skandals um Schmiergeldzahlungen bei der Vergabe von Bauprojekten gibt es derzeit in mehreren Ländern Lateinamerikas Ermittlungen.

Der Rechtsanwalt Ramón Fonseca Mora hatte gesagt, Panamas Präsident Juan Carlos Varela habe Wahlkampfspenden von Odebrecht erhalten. In Kolumbien wird dies auch dem Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos vorgeworfen. Varela wies die Vorwürfe in einer öffentlichen Erklärung jedoch zurück.

Nach Ermittlungen der US-Justiz soll der Odebrecht-Konzern, der von deutschen Einwanderern gegründet worden war, in zwölf Ländern bis zu 785 Millionen US-Dollar Schmiergeld gezahlt haben, um Bauaufträge zu erhalten.

Er hat rund 128.000 Mitarbeiter und ist in 26 Ländern aktiv. Gegen Perus Ex-Präsidenten Alejandro Toledo, der sich in Paris aufhalten soll, wurde am Donnerstag Haftbefehl beantragt.

Im April 2016 hatte ein internationales Netzwerk investigativer Journalisten, darunter der "Süddeutschen Zeitung", über rund 200.000 von der Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen.

Die Veröffentlichung führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und zu einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche. (arg)

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Mit Material der dpa