München (vws/mom) - Monika Strub weiß, was ein umfassender Wandel bedeutet. Früher war sie ein Mann und hieß Horst, heute lebt sie als Frau. Noch vor zehn Jahren war sie überzeugtes NPD-Mitglied, heute kandidiert sie bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg für die Linke.

Bomberjacke, Bart und kurzgeschorene Haare - so sah Monika Strub als junger Mann aus. Von 2000 - 2002 war die heute 35-Jährige Mitglied der NPD, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete. Ein polizeibekannter Schläger, mehrfach aktenkundig. Mitgliedsnummer 79879. Dann kam die Geschlechtsumwandlung und damit offensichtlich auch ein Sinneswandel, wie Strub der Bild-Zeitung erklärt: "Ich wollte als Frau leben und einen Mann lieben. Das ging in der NPD aber nicht. Die Linken sind jetzt meine Familie."

Mit der NPD habe sie vollständig gebrochen, erklärt die gelernte Krankenpflegerin und Fotografin weiter. "Das mit der NPD war ein großer Irrtum. Ich habe alle Bilder von damals weggeschmissen oder verbrannt. Heute werde ich von Nazis bedroht, vor allem im Internet."

Politisch wendet sich die 35-Jährige vor allem gegen Hartz IV und "prekäre Beschäftigung". Sie selbst arbeitete mehrere Monate bei McDonalds. Heute macht sie an einer Abendschule ihr Abitur und kandidiert nebenbei bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Als Kandidatin der Linken will sie ins Stuttgarter Parlament. Ob aus dem ehemaligen NPD-Mitglied tatsächlich eine Landtagsabgeordnete der Linken wird, entscheiden die Wähler am 27. März.