Die Uno hat neue Strafmaßnahmen gegen Nordkorea verhängt, das Regime reagiert aggressiv. Wer die Resolution unterzeichne, werde "einen sehr hohen Preis zahlen."

Nordkorea sieht sich durch den jüngsten Sanktionsbeschluss des Uno-Sicherheitsrats einer kompletten Wirtschaftsblockade ausgesetzt. Das teilte das Regime in einer offiziellen Stellungnahme mit. Die Resolution bezeichnete Pjöngjang als "kriegerische Handlung."

Hinter den Sanktionen stünden die USA und ihre Anhänger, wurde ein Sprecher von den Staatsmedien zitiert. Washington wurde in der Erklärung eine "feindselige Politik" und "nukleare Erpressung" vorgeworfen.

Der Sicherheitsrat hatte am Freitag einstimmig weitere Strafen gegen Nordkorea beschlossen. Grund ist der jüngste Raketentest Pjöngjangs: Ende November feuerte das Regime eine Interkontinentalrakete ab. Südkorea bestätige später, dass diese sogar Washington erreichen könnte.

Nordkoreas Außenministerium drohte nun allen Unterstützern der Resolution. Sie würden alle "einen hohen Preis" dafür bezahlen. Der Beschluss stelle eine "schwere Verletzung der Souveränität unserer Republik und eine kriegerische Handlung gegen Frieden und Stabilität der koreanischen Halbinsel" dar.

Die von den USA eingebrachte Resolution sieht vor, Lieferungen von Mineralölerzeugnissen wie Benzin, Diesel und Schweröl an das Land auf ein Viertel der erlaubten Menge zu begrenzen. Auch ein Exportverbot auf Lebensmittel und landwirtschaftliche Produkte, Maschinen, elektrische Geräte, Gesteine und Holz sowie auf Schiffe sind vorgesehen.

Enge Abstimmung zwischen USA und China

Die Resolution verlangt zudem die Heimkehr aller im Ausland arbeitenden Nordkoreaner binnen eines Jahres. Die USA hatten sich bei der Ausarbeitung des Sanktionsentwurfs mit China abgestimmt, dem engsten Verbündeten und wichtigsten Öllieferanten Nordkoreas.

Nordkorea hat mit Raketen- und Atomtests wiederholt gegen Uno-Resolutionen verstoßen. Seit dem Test einer Interkontinentalrakete am 28. November hatten die USA mit China über die erneute Ausweitung der Sanktionen verhandelt.

Das höchste Uno-Gremium hatte erstmals 2006 Sanktionen gegen Nordkorea verhängt und diese zuletzt im September verschärft. Wirkung gezeigt hat bisher keine dieser Strafmaßnahmen.© SPIEGEL ONLINE

Bildergalerie starten

Karikaturen

Nachrichten aus der Politik sind langweilig und dröge? Unsere aktuellen Karikaturen beweisen das Gegenteil - jeden Tag aufs Neue.