US-Präsident Donald Trump hält das geplante Treffen mit Kim Jong Un für eine historische Chance, warnt aber auch vor zu großen Erwartungen. Sollte seine Zusammenkunft mit Nordkoreas Machthaber "nicht ergiebig sein", werde er diese "respektvoll" verlassen.

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US-Präsident Donald Trump geht davon aus, in den kommenden Wochen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zu treffen - knüpft aber Bedingungen an die Begegnung und schraubt die Erwartungen nach unten.

Er gehe zwar von einem "sehr erfolgreichen" Treffen mit Kim aus, sagte Trump nach Gesprächen mit dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe in Florida. Er fügte aber hinzu: "Wenn ich denke dass das Treffen nicht ergiebig sein wird, werden wir nicht gehen. Wenn das Treffen, wenn ich dabei bin, nicht ergiebig ist, werde ich es respektvoll verlassen." Er bleibe "gerne flexibel".

"Es ist ein historischer Moment, und möglicherweise sogar mehr als das - wenn es denn klappt", sagte Trump. Er hoffe, dass Süd- und Nordkoreaner in Sicherheit, Frieden und Wohlstand zusammenleben könnten.

Abrüstung "in unumkehrbarer Weise" als Bedingung

Wenn Nordkorea die atomare Abrüstung "in vollständiger und nachprüfbarer und unumkehrbarer Weise" vornehme, stehe dem Land eine gute Zukunft bevor, zeigte sich der US-Präsident überzeugt.

"Es wird ein großartiger Tag für sie und ein großartiger Tag für die Welt sein." Er hoffe, dass "alles klappt", betonte Trump. "Wir werden es sehr versuchen."

Außerdem setzten sich die USA unablässig dafür ein, drei in Nordkorea festgehaltene Amerikaner freizubekommen.

Südkorea will bei einem eigenen Gipfeltreffen kommende Woche mit Nordkorea Gespräche über eine formelle Beendigung des Kriegszustands zwischen den beiden Ländern anstoßen.

Nachdem sich der Atomkonflikt zwischen den USA und Nordkorea im vergangenen Jahr zugespitzt hatte, kam seit den Olympischen Winterspielen in Südkorea im Februar diplomatische Bewegung in den Konflikt.

Trump bestätigte am Mittwoch ein Treffen des CIA-Chefs und designierten US-Außenministers Mike Pompeo mit Kim in Pjöngjang.

Laut Trump verlief das Treffen von Pompeo und Kim "sehr reibungslos". Die beiden seien "wirklich gut, wirklich großartig" miteinander klargekommen. "Er ist sehr klug, aber er kommt gut mit Leuten klar", sagte Trump über Pompeo.

Shinzo Abe will maximalen Druck aufrechterhalten

Nächster Schritt der Annäherung soll ein Treffen Trumps und Kims sein. Am Vortag hatte Trump den frühen Juni als möglichen Zeitraum genannt. Für das Treffen würden fünf Orte erwogen.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erhofft sich von dem Treffen konkrete Resultate. "Wir hoffen, dass diese Entwicklungen zu einem konkreten Resultat führen werden", sagte IAEA-Chef Yukiya Amano der "Süddeutschen Zeitung" vom Donnerstag.

Falls die angepeilten Gespräche erfolgreich verliefen und seine Behörde dann ein entsprechendes Mandat bekomme, stünden die IAEA-Inspektoren zur Überprüfung der nordkoreanischen Atomanlagen bereit. Diese könnten dann innerhalb von Wochen ihre Arbeit aufnehmen.

Damit die Inspektoren erfolgreich ihrer Arbeit nachgehen könnten, sei "eine stabile, eindeutige Vereinbarung" erforderlich.

Japans Premier Abe plädierte indes dafür, die Zügel nicht voreilig locker zu lassen: "Nordkorea sollte nicht belohnt werden, nur weil es zu einem Dialog bereit ist. Der maximale Druck sollte aufrechterhalten werden." (afp/dpa/mcf)