Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat auf eine härtere Politik gegenüber dem Iran gedrungen. "Wir müssen uns ganz stark dem Iran widersetzen und dafür sorgen, dass das Land keine Atomwaffen produzieren kann", sagte Netanjahu nach Gesprächen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Berlin. Israel werde "alles Nötige" tun, um dies zu verhindern.

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Es gebe keine größere Gefahr als das nukleare Programm des Irans, sagte Netanjahu. Die dortige Führung habe dazu aufgerufen, den einzigen jüdischen Staat zu zerstören. "Das jüdische Volk wird keinen zweiten Holocaust zulassen." Dafür sei die Zusammenarbeit mit Israels Verbündeten wie Deutschland und den USA wichtig. "Wir müssen jetzt vorgehen", sagte Netanjahu. Sonst werde es Konsequenzen geben. Israels Regierungschef schloss in der Vergangenheit auch mehrfach ein militärisches Vorgehen nicht aus.

Scholz forderte Teheran auf, sein "destruktives Treiben" in der Region zu beenden. Israel und Deutschland eine die Sorge darüber, "dass Iran neue Schritte der Eskalation gegangen ist und eine sehr hohe Anreicherung von Uran betrieben hat". Eine diplomatische Lösung habe oberste Priorität.

Irans Anreicherung von Uran mit hohen Reinheitsgraden, die nur knapp unter den atomwaffentauglichen 90 Prozent liegen, hat in den vergangenen Monaten und Wochen erneut die internationale Sorgen vor der Entwicklung iranischer Nuklearwaffen geschürt. Teheran verneint solche Absichten.

Verhandlungen, an denen auch Deutschland beteiligt war, zur neuerlichen Beschränkung des iranischen Atomprogramms liegen seit Monaten auf Eis. Teheran hält sich nicht mehr an die 2015 vereinbarten Limits, nachdem die Vereinigten Staaten aus dem Pakt ausstiegen, der auch Sanktions-Erleichterungen für den Iran vorsah. Israel hält das Atom-Abkommen mit dem Iran für unzureichend und setzt sich gegen eine Wiederbelebung ein.  © dpa

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