Demonstranten verbrennen in Berlin eine israelische Fahne, es gibt Festnahmen. Innenminister de Maizière spricht von einer "beschämenden Weise", betont aber auch das Recht auf Meinungsfreiheit.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat das Verbrennen israelischer Fahnen bei Anti-Israel-Protesten in Berlin scharf verurteilt.

Deutschland sei "dem Staat Israel und allen Menschen jüdischen Glaubens in ganz besonderer Weise verbunden", sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung (Montag). "Wir akzeptieren nicht, wenn Juden oder der Staat Israel auf diese beschämende Weise beleidigt werden."

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Bei einer pro-palästinensischen Demonstration, die sich gegen die von US-Präsident Donald Trump verkündete Anerkennung Jerusalems als alleinige Hauptstadt Israels richtete, waren am Freitag am Brandenburger Tor israelische Flaggen verbrannt worden.

Zehn Menschen wurden festgenommen, zudem Ermittlungen wegen der Verletzung von Hoheitszeichen ausländischer Staaten eingeleitet.

Am Sonntagabend war am Rande eines Protestzuges von Berlin-Neukölln nach Kreuzberg, an dem rund 2.500 Demonstranten teilnahmen, erneut eine israelische Fahne in Flammen aufgegangen.

Thomas de Maizière verurteilt Flaggenverbrennung "auf das Schärfste"

Die Bundesregierung sei sich "der besonderen Lage im Nahen Osten bewusst", sagte Innenminister de Maizière der "Bild"-Zeitung.

"Auch und besonders vor diesem Hintergrund verurteilen wir es auf das Schärfste, wenn im Rahmen der Demonstration Gewalt verübt wird und israelische Flaggen verbrannt werden. In Deutschland gelten die Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Diese Freiheiten müssen aber friedlich ausgeübt werden."© dpa

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