Nach dem tödlichen Schuss auf den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke haben Ermittler per "Aktenzeichen XY... ungelöst" einen neuerlichen Zeugenaufruf gestartet. Von der Resonanz sind die Ermittler allerdings enttäuscht.

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Nach dem gewaltsamen Tod von Walter Lübcke (CDU) und der Fernsehfahndung in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" sind neue Hinweise bei den Ermittlern eingegangen.

"Eine ganz heiße Spur war aber noch nicht dabei", sagte der Soko-Sprecher der Polizei, Torsten Werner, am Donnerstagmorgen in Kassel. Über das Hinweis-Telefon seien am Mittwochabend "ein paar wenige Anrufe eingegangen". Die Ermittler hatten sich mehr davon versprochen, wie Werner sagte.

Außerdem seien aber auch während und nach der Sendung "einige Fotos und Videos" von Besuchern einer Kirmes in der Nähe des Tatorts per Mail zugesandt worden. Die Dateien müssten aber noch ausgewertet werden. "Bislang haben wir keine konkreten Erkenntnisse", sagte Werner.

Soko "Liemecke" wird aufgestockt

Unterdessen wurde die Soko "Liemecke" von etwa 20 auf rund 50 Beamte verstärkt. Es sei üblich, dass solch eine Einheit im Laufe der Ermittlungen aufgestockt werde, sagte Werner. Zuerst hatte das Nachrichtenportal "HNA.de" über die Aufstockung der Soko berichtet.

Lübcke war in der Nacht zum Sonntag gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha (Kreis Kassel) mit einer Schussverletzung am Kopf entdeckt worden. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.

Die Obduktion ergab, dass der Politiker mit einem Kopfschuss aus nächster Nähe getötet worden war. Das Motiv ist unklar. Die Ermittler suchen Zeugen, die im Ort Verdächtiges gesehen oder Knallgeräusche wie Schüsse gehört haben. (jwo/dpa)  © dpa

Ein hoher politischer Beamter in Nordhessen stirbt nach einem Kopfschuss. Der Fall stellt die Ermittler vor viele Rätsel. Sie suchen fieberhaft nach Motiv und Täter. Vor seinem Tod wurde Walter Lübcke bedroht.