Manuela Schwesig legt ihr Amt als kommissarische SPD-Chefin nieder. Grund ist eine Krebserkrankung, die die 45 Jahre alte SPD-Politikerin nun öffentlich gemacht hat. Als Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern will sie aber weitermachen.

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Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat Brustkrebs und legt deswegen ihr Amt als kommissarische SPD-Chefin nieder. Das gab sie bei einer Kabinettssitzung am Dienstag in Schwerin bekannt, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Das Amt der Ministerpräsidentin und auch den SPD-Vorsitz in Mecklenburg-Vorpommern wolle sie aber weiter ausüben, erklärte die 45-Jährige.

Viele Frauen bekämen jedes Jahr die Diagnose und viele von ihnen zeigten, dass Therapie und Berufstätigkeit vereinbar seien, sagte Schwesig am Dienstag vor Journalisten in der Schweriner Staatskanzlei.

"Ich habe schon einige Kämpfe in meinem Leben geführt und ich werde auch diesen Kampf führen." Ihre medizinische Behandlung sei überwiegend ambulant möglich.

Schwesig ist eine von drei kommissarischen SPD-Bundesvorsitzenden. Zusammen mit Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel wollte sie die Partei bis zur geplanten Wahl eines Führungsduos im Dezember anführen.

Schwesig: "Dieser Krebs ist heilbar"

"Die gute Nachricht ist: Dieser Krebs ist heilbar. Allerdings ist dafür eine medizinische Behandlung notwendig", sagte Schwesig den Angaben zufolge am Morgen in der Kabinettssitzung. Dies werde dazu führen, dass sie in den kommenden Monaten nicht an allen Tagen öffentliche Termine wahrnehmen könne.

Sie sei sehr zuversichtlich, wieder vollständig gesund zu werden. "Allerdings ist auch klar, dass ich in den kommenden Monaten meine Kräfte auf Mecklenburg-Vorpommern, meine Gesundheit und meine Familie konzentrieren muss. Deshalb werde ich meine Parteiämter auf Bundesebene niederlegen", sagte Schwesig.

Ihre Vorsitz-Kollegen Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel äußerten sich auf einer Pressekonferenz zu den Veränderungen an der Parteispitze. Sie wünschten Schwesig gleichzeitig "viel Kraft". Sie sei eine starke Frau und werde die Krankheit besiegen.

Merkel wünscht Schwesig Kraft und Zuversicht

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der an Brustkrebs erkrankten SPD-Spitzenpolitikerin Manuela Schwesig vollständige Genesung gewünscht. "Die Nachricht von Manuela Schwesigs Krebserkrankung macht mich betroffen", sagte Merkel nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert. "Ich habe mit ihr telefoniert und ihr von Herzen gewünscht, dass sie wieder ganz gesund wird, dazu Kraft und Zuversicht in dieser schwierigen Zeit."

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer meinte im Kurznachrichtendienst Twitter, die Nachricht von Schwesigs Erkrankung "hat uns alle aus dem politischen Alltag herausgerissen". Was jetzt zähle, sei ihre schnelle und vollständige Genesung. "Liebe Manuela, ich wünsche Dir dazu ganz persönlich und im Namen der Mitglieder der CDU dazu alles Gute."

Auch Thüringens CDU-Landesvorsitzender Mike Mohring wünschte Schwesig via Twitter "Genesung und auf dem anstrengenden Weg dahin, Kraft und Zuversicht, ein Licht an dunklen Tagen". Mohring war im vergangenen Jahr selbst an Krebs erkrankt.

Schwesig übernahm in Schwerin nach Krebserkrankung von Sellering

Die SPD-Politikerin hatte sich in den vergangenen zehn Jahren im Eilzugtempo in die erste Reihe der deutschen Politik vorgearbeitet. Nach nur vier Jahren als Stadtvertreterin in Schwerin wurde sie 2008 - gerade 34 Jahre alt - Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommerns und 2013 dann Bundesfamilienministerin. Nach nur sechs Jahren Parteizugehörigkeit war Schwesig 2009 als Hoffnungsträgerin der Ost-SPD Bundesvize ihrer Partei geworden.

Im Sommer 2017 gab sie ihr Ministeramt in Berlin vorzeitig auf und übernahm vom damals an Krebs erkrankten SPD-Politikers Erwin Sellering auf dessen Wunsch das Ministerpräsidenten-Amt. Doch auch in ihrer neuen Funktion blieb die heute 45-Jährige bundespolitisch aktiv und trat dabei vorrangig als Fürsprecherin für die Interessen der Ostdeutschen in Erscheinung.

Schwesig wurde 1974 in Frankfurt (Oder) geboren. Im Land Brandenburg verlebte sie auch ihre Kindheit, legte das Abitur ab und absolvierte ihr Studium zur Diplom-Finanzwirtin. Im Jahr 2000 zog sie nach ihrer Heirat nach Schwerin, wo sie heute mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt. (jwo/ank/dpa)

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