Wenn es nach Annegret Kramp-Karrenbauer geht, muss Deutschland künftig mehr Verantwortung übernehmen. Dazu gehören laut der Verteidigungsministerin auch mehr Auslandseinsätze der Bundeswehr.

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Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will die Bundeswehr stärker im Ausland einsetzen als bisher. Die Ministerin und CDU-Vorsitzende sagte der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag), Deutschland müsse künftig "offen damit umgehen, dass wir - so wie jedes andere Land dieser Welt - eigene strategische Interessen haben". Wie kein anderes Land sei Deutschland "darauf angewiesen, dass wir einen freien Handel haben, der auf Regeln basiert" und dass es offene Handelswege gebe.

Annegret Kramp-Karrenbauer: "Haben oft nicht aktiv genug gehandelt"

Sie verwies auf frühere Erklärungen deutscher Politiker, dass Deutschland mehr Verantwortung übernehmen müsse. Dem sei Berlin aber "bisher nicht immer gerecht geworden". In den vergangenen Jahren "haben wir oft nicht aktiv genug gehandelt: Wir sind zu Einsätzen dazugekommen, wenn wir gefragt worden sind - mal haben wir uns stärker beteiligt, mal weniger".

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat eine international kontrollierte Sicherheitszone im syrischen Grenzgebiet zur Türkei gefordert.

Sie wisse, "wie schwer das ist, wie viele Opfer das verlangt". Deutschland müsse in Zukunft "aber auch selbst die Initiative ergreifen, Impulse setzen, Optionen aufzeigen". Und es müsse bereit sein, "die damit verbundenen Kosten zu tragen - finanziell, politisch und moralisch, wie Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble es jüngst formuliert hat".

Nur so könne Deutschland "ein internationales Umfeld beschützen und gestalten, das unseren Werten und Interessen gemäß ist". Dabei müsse man "grundsätzlich bereit sein, das Spektrum an Fähigkeiten, über das wir verfügen, auch zur Verfügung zu stellen".

Jeder Bundeswehr-Einsatz ist gefährlich

Auf den Einwand, dass deutsche Soldaten dann häufiger in Zinksärgen aus dem Einsatz zurückkämen, sagte die Verteidigungsministerin, jeder Einsatz sei gefährlich. Aber man müsse sich zum Beispiel die Situation in der Sahelzone vor Augen führen. Dort gebe es "eine der größten Drehscheiben für islamistischen Terrorismus". Es gehe um die Frage, ob dieser Terrorismus nach Europa exportiert wird. Mali gehöre zu den Regionen mit dem höchsten Anteil an illegaler Migration und organisierter Kriminalität. "Die Sicherheit in der Sahelzone ist Teil unserer eigenen Sicherheit", sagte sie. (br/dpa)

Nato diskutiert über AKK-Vorschlag

Der Vorstoß von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer für eine von den Vereinten Nationen überwachten Sicherheitszone in Nord-Syrien war zuvor auf ein geteiltes Echo gestoßen.