Klimakämpferin Greta Thunberg und ihre Mitstreiter werden weltweit für ihren Einsatz gelobt. Viel mehr aber passiert nicht. Die 16-jährige Schwedin warnt die machthabenden Erwachsenen vor weiterem Zeitverlust. Sie müssten "jetzt sofort" handeln.

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Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat bei einer Kundgebung der Fridays-for-Future-Bewegung vor bis zu 4.000 Besuchern in Berlin ein schnelles Handeln in der Klimakrise gefordert.

Vor tausenden Teilnehmern im Invalidenpark in Berlin-Mitte rief sie Politiker, Wirtschafts- und Medienvertreter am Freitag dazu auf, sich stärker für den Klimaschutz einzusetzen.

Greta Thunberg: "Wir müssen unsere Ausbildung vernachlässigen"

"Für uns junge Menschen reicht die Zeit nicht mehr, um erwachsen zu werden und die Verantwortung zu übernehmen, es muss jetzt sofort etwas passieren", sagte Thunberg. Es sei seltsam, dass vor allem junge Menschen sich Sorgen um das Klima machten und dafür ihre Ausbildung vernachlässigen müssten, fügte die 16-Jährige hinzu.

"Wir werden nie aufhören", kündigte einer der bekanntesten Teenager der Welt an. Es gebe ihr Hoffnung, dass so viele Menschen für das Klima auf die Straße gingen. "Ich werde nie aufgeben."

Thunberg kam in Begleitung der deutschen Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die ihrerseits in ihrer Rede betonte: "Wir werden natürlich nicht aufgeben, sondern weitermachen." Die Protestler würden in "jede Ritze von verkrusteten Strukturen" drängen.

Thunberg lobte den Einsatz der Fridays-for-Future-Bewegung in Deutschland und rief die Teilnehmer dazu auf, sich auf einen langen Kampf einzustellen. "Diese Bewegung in Deutschland hat wirklich Geschichte geschrieben."

Der Präsident der Technischen Universität Berlin, Christian Thomsen, trat auch auf die Bühne der Kundgebung und sagte: "Die Fridays-for-Future-Bewegung ist richtig, sie ist wichtig und sie ist bedeutend für unsere Zukunft. Haltet durch, macht weiter."

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Freitag vor Journalisten in Berlin: "Wir hatten ja schon vor Greta im Koalitionsvertrag vereinbart, dass wir ein Klimaschutzgesetz brauchen."

Die Ernsthaftigkeit, mit der Greta Thunberg und "viele, viele junge Leute" auf das Thema hinweisen, habe die Bundesregierung aber sicherlich zu einem schnelleren Handeln gebracht.

Thunberg war zuletzt Ende März 2019 zu Gast in Berlin, wo sie unter anderem einen Sonderpreis der Goldenen Kamera verliehen bekam.

Nach Freiburg kommen 7.500 Demonstranten

Auch in anderen deutschen Städten wurde erneut gestreikt. Zu drei Freiburger Fridays-for-Future-Aktionen etwa kamen laut Polizei rund 7.500 Menschen.

Von der schwedischen Schülerin inspiriert, demonstrieren seit Monaten junge Menschen in Deutschland und anderen Ländern weltweit einmal pro Woche am Freitag, um gegen unzureichende Klimaschutzmaßnahmen zu protestieren. (hau/AFP/dpa)

Greta Thunberg trifft den Papst: Kirchlicher Zuspruch für Klimaaktivistin

Die Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg trifft am Mittwoch Papst Franziskus. Aus Deutschland erhält das "Friday for Future"-Vorbild bereits jetzt kirchlichen Zuspruch.
Teaserbild: © Nicole Kubelka/picture alliance / Geisler-Fotopress