Die Migrations- und Flüchtlingskrisen in Europa können laut Bundeskanzler Olaf Scholz nur mit einem gemeinsamen Plan aller EU-Länder gelöst werden. Das unterstrich der SPD-Politiker am Donnerstag in Rom nach einem Treffen mit Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. "Wer die Herausforderungen, die mit der Fluchtmigration verbunden sind, bewältigen will, kann das in der Europäischen Union nur gemeinsam tun", sagte Scholz. "Alle Versuche, die Probleme entweder bei jemand anderem zu lassen oder mit dem Finger auf andere zu zeigen, werden scheitern", ergänzte der Bundeskanzler.

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Meloni von der ultrarechten Partei Fratelli d'Italia will die vielen über das Mittelmeer ankommenden Migranten schon in Nordafrika an ihrer Überfahrt hindern. Mit ihren Maßnahmen sorgt sie dabei immer wieder für harsche Kritik. Jüngst etwa setzte Rom zwei deutsche Schiffe von freiwilligen Seenotrettern fest, weil diese die neuen, strengen Regeln von Melonis Regierung nicht befolgt hatten. Die Helfer sprechen von Schikane und protestieren gegen die Maßnahmen, die ihrer Ansicht nach Menschenleben im Mittelmeer gefährden.

Über die beiden Schiffe - die "Sea-Eye 4" in Ortona und die "Mare*Go" auf der Insel Lampedusa - hatten Scholz und Meloni nicht gesprochen, wie die Regierungschefin sagte. Stattdessen sagte sie, wie Italien "einigermaßen einsam" seit Monaten Menschen im Mittelmeer rette. Im Jahr 2023 zählte Rom Stand Donnerstag mehr als 53 600 Bootsmigranten - im Vorjahreszeitraum waren es knapp 21 250 gewesen. Italien mache einen außergewöhnlichen Job, meinte Meloni. "Die große Herausforderung ist, diese Arbeit gemeinsam zu machen."  © dpa

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