München (jfi/dpa) - Bereits ab dem 1. März 2011 wird kein Wehrpflichtiger mehr gegen sein Willen zum Dienst bei der Bundeswehr eingezogen. Das sagte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Mittwoch im Bundestag.

Das Bundeskabinett hat die Weichen für die geplante Verkleinerung der Streitkräfte gestellt. Die Bundeswehr schrumpft von 240.000 auf 185.000 Mann. Gleichzeitig wurde die Aussetzung der Wehrpflicht beschlossen.

Ende November hatte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auf einer Kommandeurtagung in Dresden Eckpunkte der Reform bekannt gegeben: "Es ist der tiefstgreifende Einschnitt in der Geschichte der Bundeswehr." Mit der anvisierten Truppenstärke ging der CSU-Politiker aber deutlich über die in seinem ersten Reformpapier genannte Mindestgröße von 163.500 Soldaten hinaus. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte die mehr als 200 anwesenden Generale auf, "Spaß an der Veränderung" zu haben.

Auch beim zivilen Personal fallen die Einschnitte nicht so drastisch aus, wie von einer Expertenkommission gefordert. Guttenberg kündigte eine Reduzierung der derzeit 85.000 Posten auf 60.000 bis 65.000 an. Sein Ministerium will er allerdings um mehr als ein Drittel auf unter 2.000 Mitarbeiter verkleinern.

Der bisherige Wehrdienst soll durch einen 12- bis 23-monatigen Freiwilligendienst für Frauen und Männer ersetzt werden. Guttenberg erwartet, dass 7.500 bis 15.000 junge Leute dafür gewonnen werden können. Um den Dienst attraktiv zu gestalten, sollen Berufsförderung, Ausbildungshilfen und eine Probezeit von sechs Monaten geboten werden.

Guttenberg will auch die Führungsstrukturen der Bundeswehr straffen. Zur Standortfrage äußerte er sich noch nicht konkret. Die Entscheidungen darüber sollen frühestens Mitte nächsten Jahres fallen. Detaillierte Pläne will Guttenberg Ende Januar oder Anfang Februar vorlegen.