Aus Rache für die amerikanischen Luftschläge im Irak hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach eigenen Angaben den US-Journalisten James Foley enthauptet. Nun haben dessen Eltern die letzte E-Mail der Mörder ihres Sohnes bekanntgemacht. In der Nachricht ist von einem großen "Durst nach Blut" der IS-Terroristen die Rede. Derweil wurde bekannt, dass der Papst bei den trauernden Eltern des Journalisten angerufen hat, um ihnen sein Beileid auszudrücken.

Zwei Jahre lang galt der amerikanische Reporter James Foley in Syrien als vermisst - nun ist er tot. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat vergangene Woche ein Video veröffentlicht, in dem die Enthauptung des Journalisten zu sehen ist. Offenbar wollte die IS damit ein Zeichen setzen: Einem Bericht der "New York Times" zufolge soll die Miliz vor der Ermordung 100 Millionen Euro Lösegeld gefordert haben, bevor sie den Journalisten töteten. Die Zeitung bezieht sich bei diesen Angaben auf einen Mitgefangenen des Opfers und Vertretern von Foleys Familie.

Letztere hat sich nun mit einer E-Mail an die US-Nachrichtenseite "GlobalPost" gewandt. Die Nachricht soll von Foleys mutmaßlichem Mörder stammen und als weiteres Puzzleteil Licht in den grausamen Fall bringen. Darin heißt es: "Wir haben euch mehrere Gelegenheiten gegeben, um durch Geldtransaktionen über die Freilassung eurer Leute zu verhandeln, wie sie auch andere Regierungen akzeptiert haben." Zudem wird die Freilassung von Dr. Afia Siddiqui, einer terrorverdächtigen pakistanischen Wissenschaftlerin, gefordert.

Papst Franziskus ruft Eltern von James Foley an

In der Nachricht wird auch James Foleys Tod angekündigt, als Auftakt eines großen Blutvergießens. "Heute erheben wir unsere Schwerter gegen euch, Regierung und Bürger gleichermaßen! Und wir werden nicht stoppen, bis unser Durst nach eurem Blut gestillt ist." Amerika solle den Preis für seine Bomben bezahlen und das erste Blut, das fließen werde, sei das des amerikanischen Bürgers James Foley. "Seine Exekution ist schlichtweg das Ergebnis eurer Sünden gegen uns."

Mittlerweile wurde bekannt, dass Papst Franziskus am Donnerstagabend die trauernden Eltern von Foley angerufen und ihnen seine Anteilnahme ausgedrückt. Beeindruckt gewesen sei der Papst bei dem Gespräch von dem starken Glauben, den die katholische Mutter Foleys bewiesen habe, teilte der Vatikan mit. Franziskus sprach in Englisch und Spanisch auch mit dem Vater und einem weiteren Familienangehörigen. Alle hofften, dass solche tragischen Ereignisse sich nicht wiederholten. Auch der getötete Reporter war gläubig. Er hatte bei Jesuiten studiert.

Mörder von James Foley soll Brite sein

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hatte die IS als extreme Bedrohung für die Vereinigten Staaten bezeichnet. "Es ist weit mehr als eine Terrorgruppe", sagte Hagel am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Pentagon. Die Organisation sei "so hoch entwickelt und gut finanziert wie keine andere". Luftangriffe gegen IS-Stellungen in Syrien werden von den USA nicht mehr ausgeschlossen.

Wie der "Guardian" bereits am Donnerstag berichtete, soll es sich bei James Foleys Mörder um einen Briten handeln. Unter dem Namen "John" führt dieser offenbar eine Gruppe islamischer Briten an, wie eine frühere Geisel der Zeitung bestätigte. Der Mörder in Foleys Enthauptungs-Video ist dem zufolge der selbe Mann, der in diesem Jahr Verhandlungen über die Freilassung eines spanischen Journalisten geleitet habe. Er soll hauptsächlich in der syrischen Stadt Al-Rakka leben.